DT-Chef bittet Aktionäre um Geduld

kursverluste
11.05.2008

"Zaubern kann ich nicht"

Rene Obermann, Chef der Deutschen Telekom [DT], bittet seine Aktionäre in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" um "Vertrauen und Geduld". Auf der Hauptversammlung des Konzerns am Donnerstag wolle er den Aktionären aufzeigen, "welches großes Potenzial unser Unternehmen hat", kündigte Obermann an.

"Ich will deutlich machen, wie sehr wir uns anstrengen, den Wert des Unternehmens zu steigern. Nur: Zaubern kann ich nicht. Das ist Kärrnerarbeit, die braucht Vertrauen und Geduld." Der tiefe Fall der DT-Aktie hatte die Anleger erzürnt. Viele Kleinanleger schrecken seitdem vor einem neuerlichen Engagement auf dem Aktienmarkt zurück.

Die Deutsche Telekom muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht Frankfurt einer Schadenersatzklage von rund 17.000 Anlegern stellen. Diese fordern insgesamt rund 80 Millionen Schadenersatz für ihre Kursverluste.

Auslandsgeschäft wächst

Die Zukunft des Konzerns sieht Obermann zunehmend im Ausland. "Das Auslandsgeschäft am Gesamtumsatz wird weiter steigen", sagte der Vorstandsvorsitzende. Die Deutsche Telekom hat im abgelaufenen Jahr erstmals mehr Geld im Ausland eingenommen als auf dem Heimatmarkt.

Zu Medienberichten, wonach sich die Telekom bereits seit Monaten den drittgrößten US-Mobilfunkkonzern Sprint Nextel anschaut, wollte sich Obermann erneut nicht äußern. "Es ist unsere generelle Politik, solche Marktgerüchte nicht zu kommentieren", sagte Obermann.

Als Erfolg wertet Obermann die exklusive Vermarktung des Apple i-Phones in Deutschland: "Unsere Hoffnung hat sich erfüllt. Wir haben mehr als 100 000 Geräte in Deutschland abgesetzt."

(dpa)