Bollywood zählt auf digitales Kino
Die lebhafteste Filmindustrie der Welt, das indische Kino, will die digitale Revolution in Windeseile vorantreiben. Während in Hollywood die Major Studios und Kinobetreiber um die Kosten von 65.000 bis 82.000 Euro pro Kinosaal streiten, setzt die indische Filmindustrie auf Systeme mit niedrigerer Qualität und um ein Drittel des Preises.
Bollywood will damit vor allem in abgelegenen Städten profitieren und gegen Filmpiraterie vorgehen.
Derzeit sind weniger als zwei Prozent der rund 13.000 Kinos in Indien mit digitalen Projektionssystemen ausgestattet, für 2006 ist ein größerer Roll-out geplant. "E-Cinema", das billige digitale System im Gegensatz zum hochqualitativen "D-Cinema", sei ideal für Bollywood, so Senthil Kumar, Mitarbeiter von Real Image Media Technologies, einem indischen Hersteller von digitalen Video- und Projektionsgeräten.
"Wenn die gesamte Filmindustrie digitalisiert wird, kann Piraterie gänzlich verhindert werden", meint Kumar.
Österreichs Kinos werden digitalVertriebskopien werden billiger
Seit 2001 hat nur jeder zwölfte Bollywood-Film Gewinne gemacht. Das Filmgeschäft in Indien sei riskant, erklärt Kumar, die Produzenten setzen oft auf einen einzigen Blockbuster um zahlreiche Flops zu finanzieren.
Jährlich werden rund 1.000 Filme in Indien produziert, die digitalen Filmsysteme sollen der Industrie nun zu mehr Profit verhelfen. Während eine Kopie auf Zelluloid umgerechnet rund 1.200 Euro kostet, könne RealImage digitale Kopien um rund 7,50 Euro vermieten.
UFO, ein indischer Kinoausstatter, will nach eigenen Angaben bis März 2006 rund 500 Kinosäle mit dem billigen digitalen System ausrüsten.
