Roboter operieren von innen heraus
Das Ganze erinnert ein wenig an die kleinen Track-Roboter aus dem ersten Teil der Matrix-Trilogie: Wissenschaftler der US-Universität Nebraska haben rund 7,5 Zentimeter kleine Roboter [etwa in der Größe eines Lippenstiftes] gebaut, die in Zukunft Operationen an weit entfernten Orten wie dem Weltall durchführen sollen.
Die Roboter können durch kleine Einschnitte direkt in den Körper injiziert werden und sollen direkt am Ort des Geschehens notwendige Operationen durchführen können.
Einige der Roboter sind mit Kamera und Licht ausgestattet und können Bilder in Farbe senden, die zudem vergrößerte Aufnahmen zeigen. Andere wiederum besitzen chirurgische Werkzeuge und sollen die notwendigen Eingriffe vornehmen.
Das US-Militär unterstützt derzeit die Entwicklung eines autonomen Roboters, der bei einem KAmpfeinsatz verletzte Soldaten behandeln soll.
Operationsroboter für das SchlachtfeldWeniger Schnitte, schnellere Erholung
Die Steuerung erfolgt dabei von außerhalb, entweder direkt durch einen Arzt, der aber nicht notwendigerweise vor Ort sein muss, oder im Weltraum durch die Astronauten, da die kabellose Datenübertragung auf weite Strecken zu fehleranfällig ist und die Verbindung auch abreißen könnte.
Für den Entwickler Dmitry Oleynikov könnten die kleinen Bots in Zukunft auch offene Operationen ersetzen. Er ist spezialisiert auf minimalinvasive Operationen, also Eingriffe mit möglichst wenig Schnitten, und Robotergestützte Chirurgie am Nebraska Medical Center in Omaha.
Da mehrere Roboter durch einen Einschnitt eingeführt werden können, würden sie so die für den Eingriff benötigte Zeit und die dafür notwenigen Einschnitte deutlich reduzieren, so Oleynikov. Damit wäre auch die Erholungsphase für den Patienten wesentlich kürzer.
Lebensrettende Brustuntersuchungen sollen in Zukunft mit Hilfe einer speziellen Roboterhand auch aus der Ferne durchgeführt werden.
Roboter hilft bei der BrustuntersuchungErste Test an Menschen im Frühjahr
Die NASA soll bereits im nächsten Frühjahr ihre Austronauten im Umgang mit den kleinen Chirurgenbots schulen. Allerdings müssten sie dabei auch üben, ihre Kollegen im Notfall auch quasi selbst zu operieren, so Oleynikov.
Die Wissenschaftler wollen nächstes Jahr eine offizielle Zulassung durch die US-Behörden erreichen. Erste Tests an Tieren sollen bereits erfolgreich durchgeführt worden sein, erste Tests an Menschen sollen im Frühjahr in England starten.
Die Roboter kosten derzeit rund 200 Dollar pro Stück, derzeit in Entwicklung sind auch Roboter, die Biopsien durchführen können bzw. über die Speiseröhre in den Magen eingeführt werden sollen. Die derzeitigen Pläne sehen vor, dass die Roboter nur einmal verwendet werden sollen.
