25.10.2005

NETZPOLITIK

Waffenstillstand bei Verisign und ICANN

Ein jahrelanger Streit zwischen der Internet-Verwaltung ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] und dem .com-Registrar Verisign scheint vorläufig beendet zu sein.

In einer außergerichtlichen Einigung hat die ICANN Verisign eine Verlängerung der .com-Registry bis 2012 zugesagt. Verisign verzichtet dafür auf weitere kartellrechtliche Schritte gegen die Verwaltungsstelle.

In dem Streit ging es um das umstrittene Such-Service SiteFinder, mit dem Verisign alle Abfragen von nicht existenten ".com"- und ".net"-Domains auf seine eigene Suchmaschine umgeleitet hatte.

Kontrolle über .com und .net

Konkurrenten wie auch ICANN sahen darin einen Verstoß gegen Internet-Standards und das Ausnützen der marktbeherrschenden Stellung - vor Gericht verlor VeriSign in dem Streit gegen die ICANN und musste den Dienst stoppen.

Daraufhin klagte Verisign die ICANN, was in einer Gegenklage resultierte.

Die vorläufige Einigung sieht unter anderem eine Neu-Definition des Begriffs "Registry-Service" vor, in der Dienste wie der SiteFinder ausdrücklich einer Erlaubnis der ICANN bedürfen.

Verisign verdient rund sechs Dollar im Jahr mit jeder der rund 35 Millionen ".com"-Domains, die es verwaltet. Weiters ist das Unternehmen auch Herr über die rund sechs Millionen ".net"-Domains.

Diskussion über Netzverwaltung

All das geschieht, während überall heftig über eine Neuordnung der Verwaltung des Internets diskutiert wird.

Neben der EU verlangen auch Staaten wie der Iran und Brasilien eine Ablöse der US-dominierten ICANN.

Durch die Zugeständnisse an Verisign, deren Mutter SAIC gute Kontakte zur Regierung hält, sichert sich die ICANN weiterhin die Unterstützung der USA in diesem Kampf.