Yahoo erhöht Preise für Online-Musik
Bereits seit Mai bietet der Portalbetreiber Yahoo mit dem Service "Music Unlimited" Musik-Downloads im Abo an und hat dabei die Preise auf dem Markt gehörig aufgemischt. Mit Jahresgebühren von 60 Dollar für den Download beliebig vieler Songs setzte Yahoo seine Mitbewerber wie Napster und RealNetworks, deren Abo-Services rund 15 Dollar im Monat kosten, ziemlich unter Druck.
Die Preise von "Music Unlimited" galten beim Start als vorläufig, im August bekannte sich Yahoo dann aber doch zu seinem Modell und kündigte an, die Tarife beizubehalten. Nun machte das Unternehmen aber doch eine Kehrtwende und kündigte eine Preiserhöhung an.
In einem E-Mail an die Abonnenten kündigte Yahoo an, den Preis für Abos, die auch das Übertragen der heruntergeladenen Songs auf einen portablen Musikplayer erlauben, zu verdoppeln.
Der Preis für das "portable" Abo beträgt nunmehr 11,99 Dollar im Monat oder 9,99 Dollar für Nutzer, die sich für ein Jahr verpflichten. Kunden, die sich bereits für ein Jahr verpflichtet haben und derzeit 4,99 Dollar monatlich bezahlen, behalten diesen Tarif bis Jahresende.
Musik als GemeinschaftserlebnisAbo-Service vs. Einzel-Download
Yahoo gab keine Begründung für die Tariferhöhung an. Auch zur Nutzerzahl des Service macht der Konzern keine Angaben, betonte aber bei der Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen, dass man mit der Wachstumsrate "sehr zufrieden" sei.
Die Kunden dürften von der Preisänderung wenig erfreut sein: Wollen sie das Service nämlich zum höheren Preis nicht weiternutzen, ist die gesamte Musiksammlung weg. Möglich wird das über das Digital Rights Management [DRM] "Janus" aus dem Hause Microsoft. Wird die Mitgliedschaft gekündigt, werden sämtliche auf dem PC des Nutzers gespeicherten Songs für die Wiedergabe gesperrt.
Aus diesem Grund sind Abo-Services auch umstritten. Wenn Apple etwa die Preise in seinem iTunes Music Store erhöht, hat der Kunde die freie Wahl, ob er weiterhin dort einkaufen will oder nicht, weil das keinen Einfluss auf bereits gekaufte Titel hat. Die Preiserhöhung bei einem Abo-Service kommt jedoch einer Erpressung nahe.
Durch anfallende Extra-Gebühren können Abo-Services oft teuer werden: Will man die Songs auf CD brennen, muss für jeden Titel [ab 88 Cent] erneut bezahlt werden, auch das Übertragen auf portable Player kostet extra.
Musik-Abo oft teurer als Song-EinzelkaufVerschnaufpause für Mitbewerber
Yahoo mag anfangs mit "Music Unlimited" eine potenzielle Gefahr für seine Mitbewerber dargestellt haben, mit diesem Schritt hat das Unternehmen diesen Status aber höchstwahrscheinlich verspielt.
Konkurrenten wie Real, Napster und Ruckus dürften kurzfristig aufatmen. Und Apple dürfte sich ein Mal mehr in seiner "Pay-per-Song"-Taktik bestätigt fühlen.
Die verlangten 99 Cent pro Song werden von den Nutzern mittlerweile akzeptiert, der Erfolg ist aber eng mit dem Siegeszug des iPod verknüpft.
Die Musikindustrie fordert immer wieder Preiserhöhungen von Apple, um mehr an der Online-Musik zu verdienen. Bisher gab Apple-Chef Steve Jobs aber mit dem Argument, höhere Preise würden die Nutzer zu Tauschbörsen zurücktreiben, nicht nach.
Jobs weist "gierige" Musikindustrie zurück
