Online-News fördern Medienfreiheit
In den vergangenen Jahren hätten sich Online-Medien in Südkorea "explosionsartig" entwickelt, so der frühere Vorstandssprecher der Organisation Reporter ohne Grenzen, Dietrich Schlegel, am Samstag bei einer Podiumsdiskussion der Menschenrechtsorganisation amnesty international auf der Frankfurter Buchmesse.
Gerade angesichts der Situation im Nachbarland China mit einer sehr starken Kontrolle des Internets könne die Entwicklung in Südkorea nicht hoch genug eingeschätzt werden. Korea ist dieses Jahr Schwerpunktland der größten Bücherschau der Welt.
Schlegel nannte koreanische Zeitungen wie "OhmyNews" [auch in englischer Sprache] und andere Internet-Publikationen ein "ideales Instrument der Medienentwicklung".
Für "OhmyNews" seien Internet-Nutzer im ganzen Land als eine Art "Volkskorrespondent im demokratischen Sinn" tätig.
OhmyNewsBegrenzte Meinungsfreiheit
Die Entwicklung des Internet-Journalismus habe auch dazu beigetragen, dass Südkorea in der von Reporter ohne Grenzen herausgebrachten Länderliste zur Entwicklung der Informations- und Meinungsfreiheit von allen asiatischen Ländern am besten abschneide, so Schlegel weiter.
Von 167 untersuchten Ländern stehe Südkorea an 34. Stelle und damit noch vor Japan oder Taiwan. Das Schlusslicht bildet in der Liste im vierten Jahr in Folge Nordkorea.
Schlegel kritisierte jedoch das immer noch bestehende umstrittene Staatssicherheitsgesetz in Südkorea, mit dem die Regierung etwa Internet-Auftritte linksextremer Gruppen oder Websites von Homosexuellen unter Strafe stellt. "In diesem Fall kann man von Liberalisierung noch nicht reden."
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