Der Kampf um die Billig-PCs
Weil der PC-Markt in den Industrieländern bald übersättigt ist, nehmen immer mehr Hersteller die Herausforderung an, Billigrechner für Entwicklungsländer zu produzieren.
Erst letzte Woche hatte der Chiphersteller Intel angekündigt, ab Dezember in Indien einen Billig-PC auf den Markt zu bringen, der weniger als 10.000 Rupi [186 Euro] kosten soll. Nun will auch Konkurrent AMD in Kooperation mit dem indischen IT-Produzenten HCL Infosystems einen Rechner in derselben Preisklasse anbieten.
Der Rechner soll unter Linux laufen und mit einem 1,6-GHz-Prozessor, 15-Zoll-Display und 40-GB-Festplatte ausgestattet sein. Bei einer Bevölkerung von rund einer Milliarde Menschen besitzen derzeit nur etwa 15 Millionen Inder einen PC. In den zwölf Monaten zwischen März 2004 und 2005 betrug das Wachstum auf dem PC-Markt 20 Prozent. Das Potenzial ist also groß.
Intel will aufs Land
Intel setzt beim Billig-PC auf ein staubsicheres Gehäuse,
Widerstandskraft gegen Insekten und heiße Temperaturen sowie die
Möglichkeit der Energieversorgung per Autobatterie.
Intel bringt Billig-PCs für ländliches IndienBillig-PCs im Handy-Preissegment
Wenn es nach dem indischen Technologieminister geht, soll die Zahl der PC-Besitzer schon bald auf 50 Millionen steigen. Dieses Ziel soll nicht nur durch Vergünstigungen für Hersteller erreicht werden, sondern auch durch den Ausbau der Internet-Infrastruktur sowie Finanzierungsangebote von Banken.
Die Handyverbreitung in Indien ist um einiges stärker, derzeit gibt es etwa 64 Millionen Handynutzer und monatlich kommen rund 2,5 Millionen dazu.
Der durchschnittliche Preis für ein Kamerahandy beträgt etwa 8.000 Rupi. Laut Analysten könnte sich vor allem Indiens Mittelschicht den 10.000-Rupi-PC leisten, also potenzielle 150 bis 200 Millionen Abnehmer.
Unter dem Namen "Simputer" wurde bereits vor Jahren ein kostengünstiger Handheld als Überbrückung der "digitalen Kluft" in Indien entwickelt, dieser fand aber bis heute wenig Zuspruch.
Neustart für indischen SimputerBillig-Notebooks für die Bildung
Während es den meisten Herstellern trotz sinkender Margen um Profite und Marktanteile geht, scheint MIT-"Guru" [Massachusetts Institute of Technology] Nicholas Negroponte mit seinem 100-Dollar-Notebook ein "höheres" Ziel zu verfolgen.
Er will vor allem Kindern in Entwicklungsländern Zugang zu neuen Technologien verschaffen. Innerhalb eines Jahres will Negropontes Organisation "One Laptop Per Child" fünf bis 15 Millionen Stück des Notebooks produzieren, die dann an Brasilien, China, Ägypten, Thailand und Südafrika ausgeliefert werden sollen. Bis 2007 sollen es zwischen 100 und 150 Millionen Stück sein.
Die robusten Notebooks sollen über einen 500-MHz-Prozessor von AMD sowie ein GB Flash-Speicher, WLAN, USB-Ports und Linux als Betriebssystem verfügen.
"Es ist ein Bildungsprojekt, kein Laptop-Projekt. Wenn wir die Bildung verbessern können, vor allem in Volksschulen, wird das eine bessere Welt", so Negroponte.
Billig-Notebook nimmt Gestalt an
