29.09.2005

100 DOLLAR

Billig-Notebook nimmt Gestalt an

Das Billig-Notebook ist das ehrgeizige Projekt des MIT-Gründers [Massachusetts Institute of Technology] Nicholas Negroponte, auch Kindern in Entwicklungsländern Zugang zu neuen Technologien zu verschaffen.

Maximal 100 Dollar soll es kosten, gleichzeitig haltbar, flexibel und zuverlässig arbeiten können, da etwaige Reparaturen vor allem in abgelegenen Gebieten kaum durchführbar sind.

Das nun präsentierte Design sieht einen 500-MHz-Prozessor von AMD vor sowie ein GB Flash-Speicher, WLAN, Einsatz in Mesh-Netzwerken [um eine Internet-Verbindung teilen zu können], USB-Ports und Linux als Betriebssystem.

Das Display kann sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß genutzt werden, um auch im Sonnenlicht lesbar zu sein.

Kurbeln liefert Strom

Der Stromadapter des Notebooks soll gleichzeitig als Tragegriff dienen, eine Handkurbel liefert Strom in Regionen, wo es keine Elektrizität gibt.

Das Notebook selbst wird möglichst dünn und klein konzipiert, ein Gummiüberzug soll es zudem vor Umwelteinflüssen schützen.

Innerhalb eines Jahres will Negropontes Organisation "One Laptop Per Child" fünf bis 15 Millionen Stück des Notebooks produzieren, die dann an Brasilien, China, Ägypten, Thailand und Südafrika ausgeliefert werden sollen. Bis 2007 sollen es zwischen 100 und 150 Millionen Stück sein.

Zwei Millionen Billig-Notebooks könnten dabei nach Brasilien gehen, Präsident Lula de Silva zeigte sich bei einem Treffen Anfang Juli begeistert von dem Projekt.

Billige Notebooks für Schulen

Andere Stellen, etwa der US-Bundesstaat Massachusetts, haben an dem Billig-Notebook bereits Interesse angemeldet. Die Verhandlungen laufen bereits.

Auch Überlegungen, die Entwicklung an einen Dritthersteller zu lizenzieren, der dann kommerziell erhältliche Notebooks baut, gibt es. Ein Teil des Kaufbetrags könnte dann wieder in das eigentliche Projekt zurückfließen.

Das sei das wichtigste Projekt seines Lebens, so Negroponte. Er hoffe, dass die Idee eines Billig-Notebooks eine "Graswurzel-Revolution" auslöst, die ihm Popularität verschafft, ähnlich wie Linux und Wikipedia.

Notebooks als Weltverbesserer

"Es ist ein Bildungsprojekt, kein Laptop-Projekt. Wenn wir die Bildung verbessern können, vor allem in Volksschulen, wird das eine bessere Welt", so Negroponte.