04.10.2005

ONLINE

Chinas Zensur-Trip geht weiter

Betroffen sind zwei Websites, die sich kritisch mit Wirtschafts- und Minderheitenfragen beschäftigen. Die jüngste Verordnung sieht vor, dass im Netz nur noch "gesunde Nachrichten" verbreitet werden dürfen, "die der Verbesserung der Qualität der Nation dienen".

Eine der betroffenen Websites ist ein Online-Forum mit Informationen über die Protestbewegung in dem südchinesischen Dorf Taishi, wie der US-Sender Radio Free Asia am Dienstag berichtete.

Die Bewohner von Taishi werfen ihrer Gemeindeverwaltung Bestechlichkeit vor. Dabei kam es im September zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Rasanter Anstieg von Festnahmen

Die zweite Website ist ehoron.com, ein Portal für Studenten aus der inneren Mongolei. Den Betreibern wurde nach Informationen von Reporter ohne Grenzen vorgeworfen, separatistische Inhalte zu verbreiten.

Amnesty International [AI] verzeichnet einen rasanten Anstieg der Festnahmen von Internet-Dissidenten in China.

Alle Internet-Cafes seien verpflichtet, die Polizei über ihre Kunden zu informieren. Jeder, der im Netz surft, sei der potenziellen Gefahr der Zwangsarbeit und Haft ausgesetzt, erklärte die Organisation.