Yahoo half Regierung bei Dissidenten-Suche
Das US-Portal Yahoo hat nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen [RsF] die chinesische Regierung mit Informationen versorgt, die zur Inhaftierung eines oppositionellen Journalisten führten.
Die Hongkonger Filiale des Unternehmens habe der Staatssicherheit geholfen, den Journalisten Shi Tao zu identifizieren, der anschließend zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde, teilte RsF am Mittwoch mit. Der 37-Jährige war wegen des "Verrats von Staatsgeheimnissen" verurteilt worden, weil er eine Anordnung der Regierung ins Internet gestellt hatte, die jedes Gedenken zum 15. Jahrestag des Tiananmen-Massakers von 1989 verbot.
Yahoo Hongkong soll den chinesischen Ermittlern geholfen haben, auf die Spur von Shis E-Mail-Adresse zu kommen.
Suchmaschinen in der Kritik
Yahoo Hongkong teilte zunächst lediglich mit, die Angelegenheit
werde überprüft. Yahoo steht zusammen mit anderen Internet-Giganten
wie Microsoft und Google seit langem in der Kritik, sich aus
Geschäftsinteresse dem chinesischen Druck zu beugen und sensible
Informationen in Suchmaschinen und Websites zu zensieren.
China fordert Google herausKampf um rasant wachsenden Markt
Die drei Portale kämpfen um den rasant wachsenden Markt in China, das die meisten Internet-Nutzer nach den USA hat. Im vergangenen Monat kaufte Yahoo einen 40-Prozent-Anteil am chinesischen Unternehmen Alibaba.com für eine Milliarde US-Dollar, was die bisher höchste Auslandsinvestition in Chinas Online-Sektor war.
