SMS-Fahndung endgültig gescheitert
Gut eineinhalb Jahre nach ihrem Start ist die Fahndung per SMS laut "Focus" endgültig gescheitert.
Nach Pilotversuchen in Magdeburg [Sachsen-Anhalt] und Lüneburg [Niedersachsen] stellte als letzte Behörde nun auch die Polizei in Bochum das Projekt ein..
Das nordrhein-westfälische Innenministerium bestätigte, dass eine landesweite Einführung der SMS-Fahndung nicht mehr erwogen werde. "Das Pilotprojekt in Bochum hat zu keinem zählbaren Erfolg geführt", sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Beus in Düsseldorf. "Kein Gesuchter ist dadurch gefangen oder gefunden worden."
Andere Projekte bereits eingestellt
Die SMS-Tests in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen waren den
jeweiligen Landesministerien zufolge bereits vor Monaten wegen
Erfolglosigkeit eingestellt worden.
Dezember 2004: SMS-Fahndung bleibt ohne ErfolgKaum auf Resonanz gestoßen
Laut "Focus" hatten alle anderen Polizeibehörden die Täterjagd per Handy wegen erheblicher Zweifel an deren Effizienz erst gar nicht eingeführt. Der deutsche Bundesinnenminister Otto Schily [SPD] hatte im Februar 2004 den Startschuss für die bundesweite Fahndung per SMS gegeben.
Das Projekt sieht vor, dass die Polizei Fahndungsmeldungen als Kurznachrichten auf die Mobiltelefone beispielsweise von Taxifahrern, Bus- und Straßenbahnfahrern und Mitarbeitern der städtischen Ordnungsämter sendet.
Voraussetzung ist eine vorherige freiwillige Registrierung der Mobilfunkteilnehmer. "Focus" zufolge stießen die Fahndungsaufrufe in der Bevölkerung aber kaum auf Resonanz.
