Entwarnung bei den Handyviren
Die Entwicklung von Viren für mobile Plattformen stagniert derzeit, wie der Anti-Viren-Spezialist Kaspersky meldet. Der letzte wirklich neu programmierte Virus sei im März dieses Jahres aufgetaucht.
Hatte es nach dem Auftauchen des ersten Handyvirus "Cabir" im Juni 2004 noch technische "Durchbrüche" gegeben, beherrschen seit Jänner 2005 nur noch "primitive Trojaner" die mobile Virenwelt, heißt es in einer ausführlichen Analyse von Kaspersky zum Thema Handyviren.
Krimineller Zweck steht im Vordergrund
Virenschreiber legen ihr Augenmerk zunehmend auf den
wirtschaftlichen Nutzen ihrer "Arbeit". Das heißt: Derzeit werden
fast ausschließlich Trojaner und Hintertüren programmiert, die
kriminellen Zwecken wie Spamming, Phishing und Erpressung mit
DDoS-Angriffen dienen. Der Mobilfunkmarkt aber ist für einen
derartigen Angriff bei weitem noch nicht attraktiv genug.
Trojaner bleiben die größte GefahrFinanzielle Transaktionen wecken Interesse
Smartphones vereinen den Leistungsumfang eines PDAs [Personal Digital Assistant] mit einem Mobiltelefon. Die steigende Zahl der Gerätefunktionen führt automatisch zur Zunahme der gespeicherten, poteztiell interessanten Informationen.
Neue Anwendungsmöglichkeiten wie finanzielle Transaktionen über das Smartphone werden das Interesse von Angreifern wecken, ist man bei Kaspersky überzeugt.
Nach wie vor ist der Prozentsatz der Smartphones aber noch relativ niedrig. Erst wenn eine Technologie bekannt und verbreitet ist, wird es interessant, diese zu attackieren.
Symbian mit 61 Prozent des Markts
Zudem gibt es bisher noch keine Monopolstellung eines
Betriebssystems für mobile Geräte. Der Trend spricht aber für
Symbian OS, das im mobilen Bereich um Einiges [61,4 Marktanteil]
weiter verbreitet als Windows [18 Prozent] ist.
MS und Symbian schließen LizenzabkommenDie kritische Masse von Smartphones
Erst wenn eine kritische Zahl von Smartphone-Anwendern erreicht ist und Standard-Plattformen den Markt beherrschen, werden Epidemien auftreten, so Kaspersky. Die Distribution von Viren, Würmern und Trojanern wird dann sowohl über Bluetooth als auch über MMS erfolgen.
Ähnlich wie auf dem PC wird die Sicherheit persönlicher Daten allerdings zusätzlich durch die Nutzung von neuen Online-Services auf dem Handy gefährdet.
Evolution der Viren für mobile Geräte
