Funkchips revolutionieren Autofertigung
Funkchips, im Fachjargon RFIDs [Radio Frequency Identification Tags] genannt, sind dabei, in weite Bereiche von Industrie und Alltagsleben vorzudringen. Momentan erobern sie die Autoindustrie.
Die Niederlassungen von BMW in Dingolfing, München und Regensburg werden zum Beispiel bereits von einem kombinierten System aus Wireless LAN, aktiven Funkchips und einer webbasierenden Visualisierungs-Software flächendeckend kontrolliert.
Während die RFIDs von BMW das Werksgelände nicht verlassen, testet die britische Regierung derzeit Auto-Nummerntafeln mit integrierten Funkchips für den Einsatz im Alltag.
Aus 90 Meter Entfernung lesbar
Über die aktiven RFIDs sind Autonummer und andere Daten aus einer
Entfernung von über 90 Metern auslesbar.
Als die Nummerntafeln funken lernten"Daten-Blinks" auf 2,4 Gigahertz
Die WLAN-Sender [Access-Points] des Herstellers WhereNet sind untereinander durch herkömmliche Ethernet-Kabel mit inkludierter Stromversorgung verbunden oder eben drahtlos, was eine externe Stromversorgung nötig macht.
Während des Fertigungsprozesses senden die am Wagen befestigten Funkchips über die Wireless-LAN-Frequenz 2,4 GHz kurze "Daten-Blinks" in vorprogrammiertem Rhythmus. Bei einem Vierminutentakt sollen die Knopfbatterien aus Lithium-Thionyl-Chlorid gut sieben Jahre halten, verspricht der Hersteller.
Das System von WhereNetEin sophistischer Algorithmus
Kombiniert mit den WLAN-Access-Points ist ein System zur Echtzeit-Ortung, das mit einem "Differential Time of Arrival"-Algorithmus arbeitet, für den Hersteller WhereNet das Epithet "sophisticated" in Anspruch nimmt.
Auf dem 560.000 Quadratmeter umfassenden Werksgelände in Dingolfing, wo täglich um die 1.300 Neuwagen vom Band rollen, lässt sich der Standort jedes neu produzierten BMW auf zwei bis drei Meter genau lokalisieren.
Der Funkchip reicht mit einer Sendeenergie von gerade einmal zwei Milliwatt im Freien zwischen 300 und tausend Metern weit, im Inneren von Gebäuden sind die Reichweiten entsprechend geringer.
Mit dem Browser Wagen tracken
Ein Server, auf dem die Informationen der Access-Points gesammelt und visualisiert werden, komplettiert das System. Mit einer Webapplikation im Dingolfinger Intranet und Browser lässt sich der Fertigungsprozess des Neuwagens bis zum vorläufigen Abstellplatz überall in Echtzeit verfolgen.
Sobald ein Fahrzeug als lieferfertig befunden wird, wird der Funkchip [WhereTag] entfernt und einem anderen Fahrzeug auf dem Fließband zugeordnet.
Zu den Kunden das im kalifornischen Santa Clara angesiedelten Unternehmens WhereNet - an dem neben mehreren Venture-Firmen auch Sun Microsystems eine Beteiligung hält - zählt neben BMW und Ford neuerdings auch das Logistik-Terminal der Broekman Group im Hafen Rotterdam. Dort werden die Standorte von 40.000 Neuwagen gleichzeitig überwacht.
