17.09.2005

ROTSTIFT

Hartes Durchgreifen bei Siemens

Die Umstrukturierungen bei den Problemsparten des Siemens-Konzerns werden wahrscheinlich mit dem Abbau von mehreren tausend Arbeitsplätzen einhergehen.

"Es ist der Abbau von mehreren tausend Stellen zu erwarten. Es dürfte eine eher niedrige vierstellige Zahl sein", so ein Insider zur Nachrichtenagentur Reuters.

Hinzu kämen Auslagerungen wie etwa des defizitären Bereichs Industrielogistik aus der Logistiksparte L&A mit 5.000 Mitarbeitern, die Siemens bereits bekannt gegeben hat. Allein beim IT-Dienstleister SBS sollten etwa 1,5 Milliarden Euro eingespart werden, hieß es.

Die Gespräche in Gremien und mit Arbeitnehmervertretern begännen derzeit. Siemens soll Einzelheiten der Umstrukturierungen Anfang kommender Woche veröffentlichen.

Druck verstärkt

Der seit Anfang des Jahres amtierende Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte allen Problembereichen das Erreichen der internen Renditeziele bis 2007 vorgegeben. Nach enttäuschenden Ergebnissen im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatte er Ende Juli den Druck verstärkt und die Ertragslage der drei Sparten als "nicht akzeptabel" bezeichnet.

In der Kommunikationssparte ist ebenfalls mit einem erheblichen Stellenabbau zu rechnen. Auch eine Auslagerung der einfachen Servicedienste für Computer bei Kunden mit etwa 1.000 Mitarbeitern aus der SBS-Sparte hatte Kleinfeld bereits angekündigt.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, Siemens bevorzuge sogar für die gesamte SBS-Sparte das Einbringen in eine Partnerschaft, um in dem hart umkämpften Markt für IT-Dienstleistungen in eine neue Größenordnung vorzustoßen.