Neue Chancen für Musikindustrie
Die von Umsatzeinbußen geplagte Musikbranche sieht nach Ansicht von Popkomm-Geschäftsführer Ralf Kleinhenz langsam wieder Licht am Ende des Tunnels.
"Die Konsolidierungsphase hat schon vor zwei, drei Jahren eingesetzt. Die starken Rückgänge sind gebremst, aber das Niveau ist nicht mehr vergleichbar mit dem, was man vor Jahren hatte", sagte der Chef der größten europäischen Musikmesse der dpa. Das betreffe vor allem den wichtigen Markt der Tonträger.
Popkomm vom 14. bis 16. September
Im ersten Halbjahr 2005 sank deren Absatz nach Angaben der
Phono-Verbände insgesamt um 9,9 Prozent. Mit einem Plus von 4,4
Prozent gewannen aber CD-Alben erstmals wieder dazu. Die
Branchenmesse Popkomm findet vom 14. bis 16. September in Berlin
statt.
2004: Positive Popkomm-Bilanz
Popkomm 2005Optimistischer Blick in die Zukunft
Nach Kleinhenz' Worten gibt es für die Branche mehr und mehr Anzeichen für einen optimistischeren Blick in die Zukunft. Das sei vor allem den neuen digitalen und mobilen Vermarktungsmöglichkeiten von Musik zu verdanken. "Dieses Thema spielt beim Popkomm-Kongress eine große Rolle."
Kleinhenz erwartet zur Popkomm bis zu 17.000 Besucher. Von den rund 740 Ausstellern in den Messehallen unter dem Funkturm sind 70 Prozent aus dem Ausland. Neben der Messe gibt es den Kongress für Fachbesucher und das Popkomm-Festival für Fans.
Heißes Thema auf der Popkomm werde die Frage der Urheberrechte für Künstler und Produzenten sein. "Grund dafür sind die neuen Möglichkeiten der Musikverwertung", sagte Kleinhenz. "Die Leute werden demnächst auf dem Handy nicht nur einen Fotoapparat, sondern auch einen MP3-Player haben."
Bedeutung von Musikvideos wächst
Das Musikfernsehen sieht Kleinhenz vor allem nach der Ankündigung
der Sender MTV und Viva, die Werbung für Klingeltöne zu reduzieren,
nicht in der Krise. "Wir glauben, dass der klassische Videoclip eine
Renaissance erlebt." Die Bedeutung von Musikclips vor allem für Mode
und Design werde wieder größer.
Napster-Kunden kehren CD den Rücken
