Inode wieder mit guten Zahlen
Der österreichische Breitband-Internet-Anbieter hat im ersten Halbjahr 2005 Ergebnis, Umsatz und Kundenzahlen gesteigert. Ein weiterer Netzausbau auf dem Lande sei allerdings angesichts hoher Kosten und der unveränderten Monopolstellung der Telekom Austria "ineffizient und schwierig", sagte Inode-Geschäftsführer Michael Gredenberg am Dienstag.
Der Umsatz von Inode stieg von Jänner bis Juni 2005 auf 26 Mio. Euro, gegenüber 16 im Vorjahrszeitraum, insgesamt sind 53 bis 55 Mio. Euro [37 Mio. Euro 2004] geplant. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA] erhöhte sich auf drei Mio. Euro, im Gesamtjahr sollen es sechs Millionen werden. [1,5 Mio. Euro 2004]. Die Zahl der Mitarbeiter mit 285 per Ende Juni 2005 blieb in etwa gleich.
Der österreichische Breitband-Markt ist laut Gredenberg im ersten Halbjahr 2005 um 18 Prozent gewachsen, wobei die Zahl der DSL-Anschlüsse mit plus 30 Prozent bzw. 130.000 Neukunden wesentlich stärker gewachsen sei als die der Kabelanschlüsse [20.000 Neukunden] In Österreich haben laut Inode derzeit 970.000 Kunden einen DSL-Anschluss, 570.000 davon nutzen DSL-Zugänge, der Rest surft über Kabelanschlüsse.
95.000 Kunden
Die Zahl der Inode-Kunden stieg im ersten Halbjahr auf 95.000,
45.000 haben [entbündeltes] xDSL, 18.000 nutzen
ADSL-Resale-Produkte, Voice over IP-Kunden nutzen 14.000. Per Ende
Juni waren in Österreich laut Inode insgesamt 79.000 Internet-Kunden
entbündelt, damit liege der Marktanteil von Inode hier bei 57
Prozent.
Inode gegen die TelekomRennstrecken und rare Fasern
In den Netzausbau investiert Inode heuer knapp zehn Mio. Euro, etwas weniger als 2004. Bisher wurden 154 Wählämter in 67 Orten entbündelt, womit 55 Prozent der Unternehmen und 60 Prozent der Haushalte erreicht werden. Bis Jahresende sollen weitere 10 Wählämter vor allem in Bezirkshauptstädten dazukommen.
Weiteres Vordringen auf's Land sei allerdings schwierig, sagte Gredenberg, zumal es abseits der "Rennstrecken" zwischen den größeren Städten schwierig sei, die zur Entbündelung nötige Glasfaserleitung zu bekommen.
Während auf den Rennstrecken echter Wettbewerb herrsche, weil hier von den Stromerzeugern bis zur ÖBB einige Anbieter zur Auswahl stünden, habe die TA abseits davon immer noch ein Monopol auf Glas.
So sei zum Beispiel die Glasfaserstrecke Villach-Lienz billiger als die Anschlußanbindung vom Lienzer Hauptbahnhof ins Wählamt. Und auch die Verbindung Wien-Innsbruck sei billiger als Purkersdorf ans Netz von Inode zu bringen.
TKK sieht beträchtliche Marktmacht
Von der Regulierungsbehörde RTR war inzwischen zu erfahren, dass die Telekom Control Kommission [TKK] "vorläufig" davon ausgeht, dass die TA auf dem Vorleistungsmarkt für Breitband-Internet über beträchtliche Marktmacht verfüge.
Mit einer endgültigen Entscheidung über die Marktstellung der TA auf dem Vorleistungsmarkt für Breitband-Zugänge sei im Winter zu rechnen, hieß es.
Im Auftrag der TKK werde derzeit ein Gutachten darüber erstellt, welche spezifischen Verpflichtungen der TA im Falle einer Marktbeherrschung auferlegt werden könnten. Dann werde die RTR einen Maßnahmenentwurf vorlegen, der öffentlich konsultiert wird.
Erst dann werde es eine definitive Entscheidung der TKK über eine allfällige marktbeherrschende Stellung der TA geben, so die RTR.
