06.09.2005

HIGH SPEED

Gigabit-Verbindungen mit dem Handy

In rund fünf Jahren, so wird in der Branche erwartet, werden die ersten Nachfolgenetzwerke von UMTS, CDMA2000 und Co für den Kunden verfügbar sein.

Noch wird intensiv an diversen Übertragungsformen geforscht, die dann einen Standard für Mobilfunk-Netzwerke der vierten Generation [4G] bilden sollen.

In Japan ist es Technikern des Mobilfunkers NTT DoCoMo gelungen, Datenübertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zu erreichen. Dieser Spitzenwert gilt freilich nur bei Stillstand, bei Bewegung sinkt die Datenrate auf immer noch respektable 100 Megabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Derzeitige UMTS-Netzerke erreichen einen Wert von 0,38 Megabit pro Sekunde.

In einem Experiment konnten 32 HDTV-Streams gleichzeitig übertragen werden, während sich die Empfangsstation in einem Auto mit 20 km/h bewegte.

"Technisch eindrucksvoll"

Gleichzeitig wird auf eine Technologie namens Multiple Input, Multiple Output [MIMO] zurückgegriffen. Dabei werden die Daten über verschiedene Routen im Netzwerk geschickt - so kann in der Praxis beispielsweise mehr als eine Basisstation angezapft werden.

Die Forschungsergebnisse sind "technisch eindrucksvoll", meint Lajos Hanzo von der Southampton University in Großbritannien. Allerdings müsse noch ein gemeinsamer Nenner mit anderen Mobilfunkern gefunden werden, um einen weltweiten Standard durchzusetzen. "Daher muss jeder Vorschlag zu einem Standard international ratifiziert werden, was in diesem Fall noch nicht geschehen ist."

Einige Länder haben sich bereits dazu entschlossen, in puncto 4-G-Standards zu kooperieren. Japan und China haben erst kürzlich eine Absichtserklärung zu diesem Thema unterzeichnet.