Roboter sollen schneller werden
"Das beste Modell der Welt kann bisher nur sechs schnelle Schritte machen, bevor es umfällt", erläutert Forscher Moritz Diehl, Mitarbeiter des Heidelberger Interdisziplinären Zentrum für wissenschaftliches Rechnen.
"Eine genaue Beobachtung der Biologie und in die Zukunft blickende Computergehirne könnten nun den Durchbruch für rennende Roboter bringen."
An diesem Mittwoch beginnt an der Universität Heidelberg eine von Diehl und seiner Kollegin Katja Mombaur organisierte Konferenz, die sich diesem Ziel widmet.
"Wir hoffen darauf, einen sich selbst stabilisierenden Roboter zu erschaffen, der wie ein Stehaufmännchen immer wieder auf seine Füße fällt", sagt Diehl über die Arbeit der Ingenieure, Mathematiker, Informatiker und Biologen.
Die Forscher wollen unter anderem untersuchen, wie das menschliche Gehirn Informationen von Muskeln und Sensoren verarbeitet und stets blitzschnell reagiert, um das Gleichgewicht zu halten. Zudem wollen sie sich von der Natur abschauen, wie der Prozess des Laufens automatisch stabilisiert werden kann.
Wettlauf um schnellsten RoboterBisher fast statisch
Heutige Roboter kippen beim Versuch, schnell zu laufen, nach wenigen Schritten um, da sich winzige Bewegungsfehler aufschaukeln und nicht korrigiert werden können. "Daher sind alle bisher zu fast statischen Gehbewegungen verdammt, also solchen, die sie zu jedem Zeitpunkt anhalten können", erklärt Diehl.
"Wenn es einmal Roboter gibt, die sich richtig im Gelände bewegen können, ist eine Vielzahl von Anwendungen denkbar", sagt Diehl.
Sie könnten zur Rettung im Gebirge oder von Verschütteten eingesetzt werden, ebenso wie zu Löscheinsätzen in brennenden Chemiewerken. "Eine Art Roboterpferd für Ausritte über Stock und Stein könnte auch einfach nur eine neuer Freizeitgag werden."
