Ultimatum an Yahoo verstrichen
Im Poker um die Übernahme des Internet-Unternehmens Yahoo ist in der Nacht zum Sonntag ein Ultimatum von Microsoft ohne Ergebnis ausgelaufen. Das weitere Vorgehen von Microsoft bleibt vorerst offen.
Bis zum Ablauf der Frist um Mitternacht [9.00 MESZ] äußerte sich keine der beiden Seiten. Damit droht nun eine feindliche Übernahme durch Microsoft. Der Finanzchef des Konzerns, Chris Liddell, hatte am Donnerstagabend erklärt, sollte das Ultimatum verstreichen, werde sich sein Unternehmen entweder für eine feindliche Übernahme direkt an die Yahoo-Aktionäre wenden oder sein Angebot zurückziehen.
Für das Wochenende seien keine Gespräche zwischen Microsoft und Yahoo geplant, berichtete das "Wall Street Journal" vor Ablauf der Frist unter Berufung auf informierte Personen.
Frage des Preises
Microsoft will zum Ausbau seines Online-Geschäfts Yahoo für ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar [28 Mrd. Euro] kaufen. Die geplante Allianz soll die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen.
Yahoo schließt eine Übernahme nicht aus, hält den Preis aber für zu niedrig. Zugleich verhandelte das Unternehmen mit möglichen anderen Partnern wie Google, dem Online-Portal AOL und dem Medienmogul Rupert Murdoch.
Mit Google wurde zuletzt eine Werbekooperation getestet, die sogleich Argwohn bei der Konkurrenz und US-Behörden weckte.
Wall Street rechnet mit Erfolg Microsofts
Bisherige unverbindliche Gespräche zwischen Microsoft und Yahoo brachten keine Fortschritte. Microsoft schloss eine Erhöhung seines Angebots kurz vor Ablauf der Frist nochmals aus. Solche Forderungen beruhten auf "unrealistischen Erwartungen", sagte Liddell.
Die Wall Street rechnet überwiegend mit einem Erfolg Microsofts bei der Übernahme, aber womöglich doch zu einem leicht höheren Preis. Es wäre der bisher mit Abstand teuerste Zukauf in der Geschichte des weltgrößten Software-Konzerns.
Sollte Microsoft sein Angebot zurückziehen, rechnen Analysten mit Kursrückgängen bei Yahoo. Die Aktien des Internet-Unternehmens schlossen am Freitag bei 26,80 Dollar. Vor dem Übernahmeangebot von Microsoft, Anfang Februar, notierten die Papiere bei 19,18 Dollar.
(futurezone | dpa)
