Google bei Yahoo-Deal optimistisch

regulierer
26.04.2008

Der Suchmaschinenbetreiber Google glaubt nicht, dass seine in der Testphase befindliche Werbekooperation mit Yahoo von den Behörden untersagt werden könnte. Der Deal soll Yahoo gegen eine drohende Übernahme durch Microsoft stärken.

Google ist seinem Mitbewerber Yahoo im Kampf gegen eine mögliche Übernahme durch den Software-Hersteller Microsoft schnell zur Seite geeilt. Seit etwa zwei Wochen testen die beiden Unternehmen nun eine Werbekooperation, die Yahoo neuen Schwung bringen soll.

Die Kooperation stieß jedoch schnell auf Argwohn bei den Behörden. Das US-Justizministerium prüft Kreisen zufolge, ob Yahoo und Google mit ihrer probeweisen Zusammenarbeit im Internet-Anzeigengeschäft gegen das Kartellrecht verstoßen. Es sei deshalb eine Untersuchung eingeleitet worden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Aus Unternehmenskreisen verlautete am Freitag, dass Google jedoch keinerlei Bedenken habe, dass die Regulatoren einen solchen Deal verbieten könnten. Immerhin sei die Partnerschaft "nichtexklusiv", und Yahoo würde lediglich auf Googles Technologie zurückgreifen, um selber mehr Geld zu verdienen. Der Quelle zufolge unterscheide sich die Kooperation nicht von bereits laufenden Google-Deals etwa mit AOL.

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Im Probelauf werden Google-Anzeigen auf drei Prozent der Yahoo-Ergebnisseiten angezeigt. Eine Auslagerung der Werbeanzeigen rund um die Web-Suche an Google würde Yahoo dringend benötigte Zusatzeinnahmen bescheren. Google ist in der Vermarktung erfolgreicher und bekommt auch mehr Geld je Anzeige.

MS-Ultimatum an Yahoo läuft aus

Google betont hingegen immer wieder, dass eine Yahoo-Übernahme durch Microsoft weit mehr Kartellbedenken wecken werde, weil eine Fusion der beiden große Teile vieler unterschiedlicher Märkte von Webmail bis Instant Messaging beherrschen würde.

Am Samstag läuft das vor drei Wochen von Steve Ballmer festgesetzte Ultimatum aus, das der Microsoft-Boss Yahoo-Chef Jerry Yang gestellt hatte, um das knapp 43 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot aus Redmond anzunehmen.

Ab dann sei es mit der Geduld Microsofts zu Ende, sagte Ballmer am Donnerstag und machte damit klar, dass es tatsächlich zu einer feindlichen Übernahme kommen könnte.

Yahoo konnte Umsatz und Gewinn im ersten Quartal steigern. Für Abwehrmaßnahmen gegen Ballmer und wütende Aktionäre ließ Yang 14 Millionen US-Dollar beiseitelegen.

(Reuters)