BBC setzt ganz auf TV-on-Demand
Intendant Mark Thompson kündigte beim Internationalen Fernseh-Festival in Edinburgh an, die britische Rundfunkanstalt wolle ab 2006 Sendungen aus Radio und TV bis zu sieben Tage lang zum Download anbieten.
Zudem soll BBC One oder BBC Two zeitgleich mit der Austrahlung auch übers Netz verfügbar werden - aus rechtlichen Gründen aber nur für britische User.
"Wir glauben, dass on-Demand die Bedingungen ändert - und damit das, was wir derzeit unter dem Begriff 'Broadcasting' verstehen", so Thompson.
Daneben wird auch überlegt, zu bestimmten Songs Links zu externen Online-Shops anzubieten. Die Idee, dass es eine strenge Trennlinie zwischen öffentlichen Sendern und kommerziellen Angeboten geben müsse, stehe im Widerspruch zur derzeitigen Mediennutzung durch die User, so Thompson.
Über die Software "MyBBCPlayer" will die BBC TV und Radio on-demand sowie Live-Streams der BBC-Kanäle anbieten und Zugang zu ihren umfangreichen Archiven. Die ersten groß angelegten Tests starten im September.
BBC testet TV-Download-PlattformTV auf dem Handy
Allerdings scheint dieser Teil des Projekts noch nicht endgültig fix zu sein, laut Ashley Highfield, BBC-Direktor für Neue Medien, wurde noch mit keinem Anbieter für Online-Musik bis dato verhandelt.
Thompson sagte zudem, dass - wenn überhaupt - die BBC solche Links anbiete, die Auswahl der kommerziellen Anbieter "fair und offen" sein werde.
Neben Downloads auf dem PC überlegt die BBC laut TV-Direktorin Jana Bennett auch Videoclips auf dem Handy anzubieten.
Die BBC bietet bereits einige Programme erfolgreich online an. Alleine die neun Symphonien von Beethoven wurden von 1,4 Millionen User herunter geladen, die Videos über die Bombenanschläge auf die Londoner U-Bahn wurden 60 Millionen Mal abgefragt.
