14.08.2005

LIMITS

Musikindustrie verteidigt CD-Kopierschutz

Nachdem lange Zeit vor allem den Internet-Tauschbörsen und ihren Nutzern die Hauptschuld für das schlechte Geschäft gegeben wurde, stößt sich der US-Industrieverband RIAA nun wieder verstärkt an den Konsumenten, die sich ihre Musik selber brennen.

Selbst gebrannte CDs machen laut RIAA-Chef Mitch Bainwol 29 Prozent der Musik aus, die US-Fans auf Datenträgern besitzen. Lediglich 16 Prozent seien aus P2P-Netzwerken heruntergeladene Songs, verkündete Bainwol am Freitag vor Vertretern des Musikhandels .

"CD-Brennen ist ein Problem, das den Verkäufen wirklich schadet", sagte Bainwol und stützte sich dabei auf eine Studie des US-Marktforschers NDP Group, derzufolge etwa die Hälfte der Musikaufnahmen im Besitz der US-Konsumenten aus authoriserten CD-Verkäufen stammt und etwa vier Prozent aus Bezahl-Downloads.

Kopierschutz trotz Beschwerden

Als klare Antwort auf das Problem, das dem Markt in Zukunft nach Ansicht der RIAA noch mehr Schaden zufügen wird, sieht die Industrie den Einsatz von Kopierschutz-Technologien.

Auch die anwesenden Musikhändler bestätigten die schwächelnden CD-Absätze zu Gunsten von CD-Rohlingen. Besonders auffällig sei der Rückgang im Bereich HipHop und R&B.

Nachdem Kopierschutz-CDs in den vergangenen Jahren in Europa und Lateinamerika getestet wurden, veröffentlichen die Musikkonzerne auch in den USA immer mehr Alben mit entsprechenden Restriktionen.

Nachdem im vergangenen Jahr ein Album der Band Velvet Revolver trotz Kopierschutz zum Verkaufsschlager wurde, sah die Industrie das als Zeichen, dass die Kunden sich von der Technologie nicht abschrecken lassen.

Andere Veröffentlichungen wie etwa das neueste Album der Foo Fighters brachten jedoch eine Welle von Kundenbeschwerden mit sich. Die CD kann drei Mal dupliziert und im Windows Media Format auf einem PC gespeichert, aber nicht auf den iPod überspielt werden, weil das Digital Rights Management [DRM] nicht mit dem Gerät kompatibel ist.

Kopierschutz für Kopien

Die Musikindustrie scheint sich dadurch nicht irritieren zu lassen. Simon Wright, der Chef der Virgin Entertainment Group International, sprach sich bei der Konferenz für mehr kopiergeschützte CD-Veröffentlichungen aus. Drei Kopien seien ein durchaus akzeptables Limit und kein Grund für eine Beschwerde von Seiten der Konsumenten.

SonyBMG geht nun sogar einen Schritt weiter. Mit der neuen Technologie "Secure Burning" sollen künftig neben den CDs auch die CD-Kopien [DR-R] vor weiteren Kopien geschützt werden.