FBI rekrutiert auf Hackerkongress
Die Internet-Kriminalität nimmt Jahr für Jahr zu und auch das organisierte Verbrechen nutzt das Netz längst zur Organisation seiner Tätigkeiten. Die US-Bundespolizei FBI [Federal Bureau of Investigation] wirbt daher immer öfter fähige Hacker an, die ihre Qualitäten in den Dienst der guten Sache stellen.
Auch auf der diesjährigen Defcon in Las Vegas, dem weltweit größten Hackerkongress, war die Behörde auf der Suche nach fähigen Programmier-Talenten.
Jedes Jahr treffen dort jeweils drei Tage lang Sicherheitsexperten aus allen Bereichen zusammen und erörtern herstellerunabhängig die Neuigkeiten aus der Welt der Computersicherheit.
Die zugeknöpfte Welt in Washington scheint zwar weit entfernt von der Defcon, wo Graffitis, DJs und freche T-Shirt-Botschaften das Bild bestimmen, doch mittlerweile mischen sich auch jede Menge Regierungsangestellte unter das Publikum.
FBIErmittler nicht gern gesehen
"Wenn ihr an vorderster Front an wichtigen Themen unserer Zeit arbeiten wollt, laden wir euch ein, mit uns zu arbeiten", so Linton Wells vom US-Verteidigungsministerium auf einem eigenen Panel mit dem Titel "Meet the Feds".
Wie auch die Vortäge anderer staatlicher Organisationen durfte die Veranstaltung nicht auf dem DefCon-Gelände selbst, sondern in einem nahe gelegenen Hotel stattfinden.
Auch sind die Kongressteilnehmer naturgemäß skeptisch gegenüber den Ermittlern, da sich ihre Tätigkeit oft in einer rechtlichen Grauzone bewegt.
Zuletzt schaukelten die Wogen hoch, als 2001 der russische Programmierer Dmitri Skilarow im Rahmen der DefCon festgenommen wurde, da er den den Kopierschutz von E-Books geknackt hatte.
Freispruch im E-Book-ProzessDer Name DefCon hat seinen Ursprung im Pentagon-Code für den Alarmzustand des US-Militärs "Defense Condition".
DefConNur "Weiße Westen" gesucht
Die Teilnehmer der Konferenz vertreiben sich die Zeit mit Attacken auf die Netzwerke ihrer Kollegen.
Die Namen jener, die einer solchen Attacke zum Opfer gefallen sind, werden dann traditionellerweise an einer "Wall of Sheep" zur Schau gestellt.
Das FBI betont jedoch, dass es keine Kriminellen, die bereits in Computernetze eingedrungen sind, einstellen wolle.
"Wir suchen all jene, die diese Linie bisher nicht überschritten haben", so Jim Christy, Leiter der Cybercrime-Abteilung im Pentagon. "Man muss Leute finden, bei denen die Moral stimmt."
