Irak darf ".iq" wieder selbst verwalten
Ohne das groß anzukündigen wurde die Verwaltung am 28. Juli der Nationalen Kommission für Kommunikation und Medien übertragen.
Die Rechte an der Top Level lagen seit 1997 bei der texanischen Internet-Firma InfoCom, deren arabische Inhaber sich jedoch wegen des Verdachts der Unterstützung von terroristischen Organisationen vor Gericht verantworten mussten und im April verurteilt wurden.
Laut ICANN war der Hauptgrund für die oftmals geforderte Rückgabe [zuletzt im Dezember von Übergangs-Premierminister Ijad Allawi] an den Irak jedoch die Tatsache, dass InfoCom die Nutzung von ".iq" nicht genug gefördert hat.
Die irakische Regierung, nationale Institutionen und Bürger mussten in der Zwischenzeit notgedrungen auf Domains wie ".com", ".org" oder ".net" ausweichen, die in den USA administriert werden.
Eine ganze Weile nach Kriegsende verwies die ICANN die Antragsteller auf die Unsicherheiten bezüglich der Stabilität des Landes und wies damit die Vergabe ab.
Irak will Kontrolle über ".iq"-DomainNationales Bewusstsein
So ist etwa der irakische Telekom-regulator unter "ncmc-iraq.org" zu finden, während das Museum des Irak auf "the.iraq.museum" ausgewichen ist.
Insgesamt gibt es derzeit rund 260 so genannte Top Level Domains. Landeseigene Domain-Namen sollen das nationale Bewusstsein fördern. So haben die Palästinenser etwa 1999 die Endung ".ps" erhalten, die EU arbeitet derzeit an der Einführung von ".eu".
