Irak will Kontrolle über ".iq"-Domain
Während am Montag die politische Machtübergabe an die irakische Übergangsregierung gefeiert wurde, ist die Zukunft der Top-Level-Domain [TLD] ".iq" weiter ungewiss.
Die Rechte an der irakischen TLD liegen immer noch bei einer texanischen Internet-Firma, deren arabischstämmige Inhaber sich gerade wegen des Verdachts der Unterstützung von terroristischen Organisationen vor Gericht verantworten müssen.
Wenn die irakische Regierung, nationale Institutionen oder irakische Bürger eine eigene Website online stellen wollen, müssen sie notgedrungen auf Domains wie ".com", ".org" oder ".net" ausweichen, die in den USA administriert werden. Nun fordern die Iraker auch die Kontrolle über die TLD von der Internetverwaltung ICANN zurück.
Um die Ausschreibungen für das Nachrüsten der fehlenden Kommunikationsinfrastruktur gab es einige Verwirrungen.
Der Irak geht wieder online"Symbolischer Meilenstein"
In einer offiziellen Petition von Mai beschreibt die neu formierte Nationale Kommunikations- und Medien-Kommission die Rückgabe als "wichtigen konkreten und symbolischen Meilenstein für die Nation".
Auch der US-Zivilverwalter Paul Bremer unterstützt die Forderung in einem E-Mail an die ICANN vom 16. April. Damit würde Investoren signalisiert, dass sich der Irak für eine "High-Tech-Zukunft" rüstet.
Die dafür zuständige ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] ist überlicherweise nicht für schnelle Reaktionen bekannt.
Es dauerte einige Jahre, bis die Auseinandersetzung um ".pm" geregelt war, dafür hatte Afghanistan ".af" wenige Monate nach dem Sturz der Taliban zurück.
1997 vergab die ICANN die TDL an InfoCom, eine Firma die Computer und Webservices in den Nahen Osten verkaufte. 2002 wurde der Chef und vier seiner Mitarbeiter und Brüder wegen Computerexporten nach Lybien und Syrien sowie Spenden an ein Hamas-Mitglied angeklagt. Die Gerichtsverhandlung begann diesen Monat in Dallas.
Wem die Domain derzeit gehörtPrüfung läuft
Um die TLD haben sich laut ICANN bereits mehrere Institutionen bemüht. Eine ganze Weile nach Kriegsende verwies die ICANN die Antragsteller auf die Unsicherheiten bezüglich der Stabilität des Landes und wies damit die Vergabe ab.
Zuletzt jedoch began die ICANN wieder mit der Evaluiierung der technischen Qualifikationen der Antragsteller und ihren Beitrag zur "irakischen Community". Angaben über eine etwaige Dauer der Prüfung wollte die ICANN keine machen.
Mittlerweile gibt in den Souks von Bagdad Rechner schon für 150 Dollar zu kaufen. Zwei irakische Studenten haben vor knapp einem Jahr die "Iraqi Linux User Group" ins Leben gerufen, um bei den "neuen" Nutzern ein Bewusstsein für Open Source aufzubauen und über die Anwendungsmöglichkeiten zu informieren.
Linux als Chance für den Wiederaufbau
