29.06.2004

TLD

Irak will Kontrolle über ".iq"-Domain

Während am Montag die politische Machtübergabe an die irakische Übergangsregierung gefeiert wurde, ist die Zukunft der Top-Level-Domain [TLD] ".iq" weiter ungewiss.

Die Rechte an der irakischen TLD liegen immer noch bei einer texanischen Internet-Firma, deren arabischstämmige Inhaber sich gerade wegen des Verdachts der Unterstützung von terroristischen Organisationen vor Gericht verantworten müssen.

Wenn die irakische Regierung, nationale Institutionen oder irakische Bürger eine eigene Website online stellen wollen, müssen sie notgedrungen auf Domains wie ".com", ".org" oder ".net" ausweichen, die in den USA administriert werden. Nun fordern die Iraker auch die Kontrolle über die TLD von der Internetverwaltung ICANN zurück.

"Symbolischer Meilenstein"

In einer offiziellen Petition von Mai beschreibt die neu formierte Nationale Kommunikations- und Medien-Kommission die Rückgabe als "wichtigen konkreten und symbolischen Meilenstein für die Nation".

Auch der US-Zivilverwalter Paul Bremer unterstützt die Forderung in einem E-Mail an die ICANN vom 16. April. Damit würde Investoren signalisiert, dass sich der Irak für eine "High-Tech-Zukunft" rüstet.

Die dafür zuständige ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] ist überlicherweise nicht für schnelle Reaktionen bekannt.

Es dauerte einige Jahre, bis die Auseinandersetzung um ".pm" geregelt war, dafür hatte Afghanistan ".af" wenige Monate nach dem Sturz der Taliban zurück.

Prüfung läuft

Um die TLD haben sich laut ICANN bereits mehrere Institutionen bemüht. Eine ganze Weile nach Kriegsende verwies die ICANN die Antragsteller auf die Unsicherheiten bezüglich der Stabilität des Landes und wies damit die Vergabe ab.

Zuletzt jedoch began die ICANN wieder mit der Evaluiierung der technischen Qualifikationen der Antragsteller und ihren Beitrag zur "irakischen Community". Angaben über eine etwaige Dauer der Prüfung wollte die ICANN keine machen.