Wikipedia als Rotes Kreuz fürs Netz
Bis 2015 könne es für praktisch jede Sprache eine kostenlose Internet- Enzyklopädie geben, sagte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales am Freitag in Frankfurt auf der ersten internationalen Konferenz der Organisation.
Als "äußerst demokratische" Organisation werde Wikipedia weltweit den freien Zugang zu Informationen im Internet sichern, sagte der aus Florida kommende Wales. "Ich stelle mir vor, dass wir international im Informationsbereich so eine ähnliche Funktion einnehmen wie das Rote Kreuz."
Trotz Partnerschaften mit Internet-Firmen wie Yahoo und Google werde Wikipedia unabhängig bleiben, betonte Wales.
Derzeit hat Wikipedia - seit vier Jahren von Freiwilligen aufgebaut - etwa 2,2 Millionen Artikel in über 100 Sprachen und Dialekten. Nach den USA [660.000 Artikel] ist das deutsche Wikipedia-Portal mit 260.000 Beiträgen das größte.
Online-Nachschlagewerk Wikipedia boomtWikipedia bleibt werbefrei
Finanziert wird Wikipedia nach eigenen Angaben durch Spenden. Die von Wales gegründete Wikimedia-Stiftung, die noch andere Online-Projekte wie Wikinews [Nachrichten] und Wikibooks [Lehrbücher] gestartet hat, beschäftigt lediglich einen Software-Entwickler.
Den Wert von Wikipedia taxierte Wales auf mehrere hundert Millionen Dollar. Die Organisation werde jedoch gemeinnützig bleiben und auch in Zukunft auf jede Form von Online-Werbung verzichten.
Wikipedia gehört nach Angaben seines Gründers zu den 50 populärsten Websites in der Welt und hat mehr Zugriffe als zum Beispiel die "New York Times". Den Erfolg führt Wales auch auf den "Spaßfaktor" zurück. "Jeder kann kommen und mitmachen."
Allerdings werde jeder Beitrag eines Neulings von der jeweiligen "Gemeinschaft" genau auf seine Qualität geprüft.
