01.08.2005

WIEN

Überwachung für U-Bahn und Bim

Die mit Kameras ausgerüsteten U-Bahn- und Straßenbahngarnituren der Wiener Linien stehen bereits in den Startlöchern: Ab dem 6. August wird in insgesamt vier Garnituren das neue Videoüberwachungssystem im Waggoninneren getestet.

Die Aufzeichnungen werden für 48 Stunden gespeichert, erläuterte Johann Ehrengruber, Sprecher der Wiener Linien. Der Probebetrieb soll ein Jahr dauern.

Die digital gespeicherten Aufzeichnungen sollen allerdings nur "anlassbezogen" angesehen werden, betont man bei den Wiener Linien - also wenn ein Vandalenakt oder sonstiger Vorfall gemeldet wird.

Ansonsten überschreibt die angehängte Festplatte nach knapp zwei Tagen automatisch und schrittweise ihre ältesten Aufnahmen. Im Probebetrieb sollen im Fall der Fälle lediglich zwei Mitarbeiter Zugang haben, um den Datenschutz zu gewährleisten.

Entscheidung nächstes Jahr

Knapp 30.000 Euro pro Langzug müssen für die Nachrüstung der älteren Fahrzeuge veranschlagt werden. Die neuen Garnituren der V-Wagen werden dann serienmäßig Kameras installiert haben.

Über eine etwaige Fortführung und Ausweitung der Überwachung und einen flächendeckenden Umbau der bestehenden Flotte soll erst nach dem Probebetrieb entschieden werden - wenn alles klappt und es keine weiteren Datenschutz-Bedenken gibt, betonte Ehrengruber.

Die Wiener Linien erhoffen sich zum einen abschreckende Wirkung für potenzielle Vandalen und zum anderen Verbrechensaufklärung im Nachhinein. Die Fahrgäste werden mit Piktogrammen mit der Aufschrift "Dieser Zug wird für Ihre Sicherheit videoüberwacht" auf die Kameras von der Größe eines Decken-Sprinklers hingewiesen.