Siemens kämpft weiter mit Problemsparten
Der operative Gewinn aus fortgeführten Geschäften sei auf 980 Millionen Euro nach 1,333 Milliarden Euro im Vorjahr gesunken, teilte Siemens mit.
Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,249 Milliarden Euro gerechnet.
Die Zahlen sind bereits um die verlustreiche Handysparte bereinigt, die an den taiwanesischen Hersteller BenQ abgegeben wird. Für das gesamte Geschäftsjahr geht Siemens aus den fortgeführten Geschäften von einem Gewinn von gut drei Milliarden Euro an.
Konzernchef Klaus Kleinfeld kündigte unterdessen weitere Sanierungsschritte an.
Die BenQ-Aktionäre haben der Übernahme der verlustreichen Siemens-Handysparte mittlerweile zugestimmt, teilte BenQ mit.
Die Handysparte hatte Siemens in den vergangenen Quartalen drastische Verluste beschert - zuletzt mehr als eine Million Euro täglich. Die Transaktion belastet das Siemens-Ergebnis nochmals mit 350 Millionen Euro vor Steuern. Sie soll bis zum 1. Oktober vollzogen werden.
BenQ-Siemens-Handys für BusinessuserVerluste für SBS und L&A
Kleinfeld erklärte, der Konzern sei bei den Themen profitables Wachstum und Portfolio des Unternehmens gut vorangekommen. Es sei aber klar, dass das Umstrukturierungsprogramm Fit4More nicht über Nacht alle Ergebnisse nach oben bringe.
Als enttäuschend bezeichnete der Siemens-Chef die Entwicklung der Bereiche SBS [IT-Dienstleistungen], der Kommunikationssparte selbst ohne die verlustreiche Handyfertigung und der Sparte Logistics and Assembly Systems [L&A], die allesamt im dritten Quartal rote Zahlen schrieben.
Zufrieden zeigte sich Kleinfeld mit der Entwicklung von Umsatz und Auftragseingang, die auf fortgeführter Basis um sieben beziehungsweise neun Prozent zulegten. Der Umsatz lag mit 18,75 Milliarden Euro im dritten Quartal auch höher als von Analysten erwartet.
Die Wasserkraftsparte der übernommenen österreichischen VA Tech will Siemens bis spätestens Anfang 2006 verkaufen, um damit die Auflagen der EU-Kommission zu erfüllen.
Für das Geschäftsjahr geht Siemens nun von einem Ergebnis der fortgeführten Bereiche in etwa auf Vorjahresniveau aus. Ursprünglich hatte Siemens unter dem Strich einen Gewinnanstieg ins Auge gefasst.
Woche der Entscheidung für Siemens
