17.07.2005

DISNEY WORLD

Eintritt nur noch gegen Fingerabdruck

Biometrie, ursprünglich als Zutrittskontrolle für Hochsicherheitszonen entwickelt, zieht nun vermehrt ins tägliche Leben ein.

Vom deutschen Biergarten bis zur US-Supermarktkette, immer öfter wird rund um den Globus via Fingerabdruck kassiert. Auch Schließfächer, Hotel- oder Mietwagentüren öffnen sich bereits gegen Handauflegen.

Zeige- und Mittelfinger

Ursprünglich nur für Jahreskartenbesitzer, müssen nun alle Besucher des Vergnügungsparks die Abdrücke ihres Zeige- und Mittelfinger am Eingang abgeben. Damit soll die Weitergabe von bereits benutzten, aber noch gültigen Jahres- oder Tagespässen verhindert werden.

Die Parkbetreiber betonen dabei, dass hier kein "echter" Abdruck genommen würde. Der Scan würde lediglich einzelne Punkte und Konturen, die so genannte Fingergeometrie, zum Abgleich heranziehen, so Disney.

Was mit den Massen an gesammelten Daten passiert, wie lange sie gespeichert werden und ob sie gegen Zugriff bzw. Vernetzung mit anderen Datenbanken geschützt sind, ist nicht bekannt.

Verletzung der Privatsphäre

Bürgerrechtler schlagen angesichts der entstehenden Datensammlung Alarm - der Park verzeichnet über 15 Mio. Besucher pro Jahr - und sehen im Disney-Vorgehen eine Verletzung des Datenschutzes.

"Ich glaube, das ist ein Schritt in die falsche Richtung," so George Crossley von der American Civil Liberties Union [ACLU]. "Für mich ist es ein Schritt in Richtung der Sammlung persönlicher Daten der Bürger, egal wie Disney es bezeichnet."

"Diese Fingerabdruckdatenbank und wie sie verwendet wird - wir werden uns das sicher ganz genau anschauen," kündigte Crossley an.