Videoüberwachung bleibt im Gespräch
Nach der Identifizierung der Bombenattentäter von London anhand von Filmmaterial fordern immer mehr EU-Staaten die Ausweitung der Videoüberwachung.
In Deutschland etwa sieht man in der Videoüberwachung öffentlicher Plätze eine effektive Maßnahme zur Verbrechensbekämpfung.
So sei beispielsweise die Zahl der Straftaten an kontrollierten Plätzen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen deutlich zurückgegangen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe.
In Bayern konnten demnach mittels Videoanalyse bisher 182 Straftaten aufgeklärt werden. Am Münchner Hauptbahnhof, der seit Mai 2004 überwacht werde, sei die Zahl der Delikte um 49,9 Prozent gesunken.
Bei Drogenvergehen registrierten die Ermittler gar einen Rückgang um 60 Prozent, wie "Focus" berichtet.
In Stuttgart sei die präventive Wirkung von Videoüberwachungen besonders deutlich geworden. Die Polizei der baden-württembergischen Landeshauptstadt habe im Juli 2003 die Überwachung eines Kriminalitätsschwerpunktes eingestellt, weil es dort nach Installation der Kameras so gut wie keine Vorkommnisse mehr gegeben habe.
Debatte über mehr VideoüberwachungKein Einfluss auf Verbrechen
Auch in Großbritannien, wo bereits vier Millionen Kameras im Einsatz sind, fühlt man sich in der Videoüberwachung bestätigt. Das mag, was die Aufklärung von Verbrechen betrifft, durchaus stimmen.
Nichtsdestotrotz kam kürzlich eine Studie im Auftrag des britischen Innenministeriums zu dem Ergebnis, dass die Kameradichte auf die Zahl der kriminellen Delikte wie etwa Gewaltverbrechen keinen Einfluss habe.
Eher verschiebe sich die Kriminaliität in Bereiche, welche die Kameras nicht erfassen, so Martin Gill, der Autor der Evaluierung.
