FCC erwägt Zensurierung von SMS
Die US-Telekombehörde FCC steht unmittelbar vor der Entscheidung, ob Mobilfunker den Versand von Textnachrichten auf Mobiltelefonen aufgrund ihres Inhalts verweigern dürfen.
Die Behörde erwägt dabei Möglichkeiten für Mobilfunkbetreiber, SMS-Aussender nach ihren Inhalten zu beurteilen und gegebenfalls die Übermittlung der Nachrichten abzulehnen.
Angeregt wurde die Diskussion, weil der US-Telekomanbieter Verizon im vergangenen Jahr einer Pro-Abtreibungs-Aktivistengruppe die Zuteilung eines SMS-Kurzcodes für den Versand von Opt-in-Nachrichten an Verizon-Kunden verwehrt hatte. Solche Kurzcodes werden von Firmen und Organisationen genutzt, weil sie leichter zu merken sind.
Verizon machte seine Entscheidung umgehend rückgängig, nachdem das Unternehmen heftige Kritik dafür geerntet hatte. Verizon wurde auch beschuldigt, Firmen Kurzcodes verweigert zu haben, die ähnliche Services wie der Betreiber anbieten wollen.
Hierzulande drängt der Konsumentenschutzausschuss des Nationalrats gerade lästige Telemarketer und Versender unerwünschter Mehrwert-SMS ins Visier.
Keine Diskriminierung bei E-Mails
Mehrere Bürgerrechtsgruppen verlangten daraufhin von der FCC, klar Stellung zu beziehen, um solche Blockaden künftig zu verhindern. Für E-Mails und Telefonservices seien solche Diskriminierungen bereits verboten, so die Aktivisten, es gebe keinen Grund, warum das nicht auch auf SMS ausgeweitet werden solle.
Die Betreiber halten dem entgegen, dass ein Diskriminierungsverbot sie auch daran hindern würde, offensichtlich unerwünschte Inhalte wie Viagra-Werbung und Phishing-Versuche zu verbannen. Die FCC konsultiert noch bis 14. April die Öffentlichkeit zu diesem Thema.
(futurezone | ArsTechnica)
