MS-Mitarbeiter sagt im Sasser-Prozess aus
Im derzeit laufenden Prozess gegen den 19-jährigen Programmierer des Wurms "Sasser" hat nun ein Microsoft-Mitarbeiter über damalige Sicherheitslücken in Windows XP und 2000 ausgesagt.
Außerdem erläuterte er, wie sich die Internetwürmer "Sasser" und "Netsky" in die Computer einschleichen konnten, sagte Gerichtssprecherin Katharina Krützfeldt.
Während der Strafprozess noch läuft, sind die ersten Zivilverfahren gegen den Angeklagten bereits abgeschlossen. In vier Fällen haben sich die Beteiligten - ein Anwaltsbüro, eine Versicherungsagentur, ein kaufmännisches Unternehmen und eine Privatperson - auf Zahlungen unter 1.000 Euro geeinigt.
Geschädigte können noch bis Ende 2007 ihre Schadenersatzansprüche geltend machen.
Der 19-jährige deutsche Autor der Schädlinge "Sasser" und "Netsky" steht seit Dienstag vor Gericht. Er hat gestanden, die Würmer programmiert und verbreitet zu haben.
Prozess gegen "Sasser"-Autor beginntUrteil auf Freitag verschoben
Der Virenautor sitzt wegen Datenveränderung in acht Fällen, Computersabotage und Störung öffentlicher Betriebe auf der Anklagebank. Da er zur Tatzeit erst 17 Jahre alt war, findet das Verfahren nach dem Jugendstrafrecht ohne Öffentlichkeit statt.
Als Strafe droht dem Angeklagten schlimmstenfalls fünf Jahre Gefängnis. Danach sieht es nach Expertenaussagen aber nicht aus. Vorstellbar seien Zuchtmittel wie Verwarnung, gemeinnützige Arbeit oder Jugendarrest, sagte Krützfeldt.
Auch Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass die meisten Virenschreiber mit Bewährungsstrafen oder Sozialdiensten davon kommen. Das Urteil soll nach neuesten Angaben am Freitag verkündet werden.
