Gruppenklage gegen Vivendi eingereicht
Ein französischer Rechtsanwalt hat eigenen Angaben zufolge eine Gruppenklage gegen den Mischkonzern Vivendi Universal eingereicht. Ziel sei es, die von Kleinanlegern erlittenen Verluste auszugleichen, die entstanden, als der Konzern 2002 fast zusammenbrach.
Die Klage, die der Anwalt Frederik-Karel Canoy nach eigenen Angaben am Freitag einreichte, ist die erste ihrer Art in Frankreich. Canoy zufolge könnte Vivendi zur Zahlung von zwei Milliarden Euro bereit sein.
"Angesichts von Verlusten von mehr als 100 Milliarden Euro ist uns eine Kompensation von zwei Milliarden Euro angeboten worden", sagte er einem französischen Radiosender. Die Summe sei ein Tropfen auf dem heißen Stein und eine Beleidigung der Kleinanleger. Über eine Website werde versucht, weitere Anleger zu finden, die zwischen Januar 1999 und April 2005 Verluste erlitten haben.
Didier Cornardeau, Vorsitzender der Organisation APPAC, die Kleinanleger vertritt, sagte, ihm lägen keine Informationen über ein solches Angebot vor. Eine solche Klage würde den Kleinanlegern nicht helfen. Appac sei gegen diese Prozedur und wünsche, dass sie zurückgezogen werde, so Cornardeau. Vivendi wollte nicht Stellung nehmen.
Buße für Ex-Vivendi-Chef halbiertKlagen bereits in den USA
Der Anwalt wirft Vivendi vor, in der Vergangenheit ein zu optimistisches Bild seiner Finanzlage gezeichnet zu haben. Zwischen 1999 und 2005 seien die Anleger ernsthaft in die Irre geführt worden, heißt es in einer Erklärung des Anwalts.
In den USA gibt es bereits Gruppenklagen gegen den Konzern. Eine mit den Vorgängen vertraute Person sagte, Vivendi-Vertreter würden sich wahrscheinlich mit Vertretern der Kleinanleger treffen, um einen möglichen Ausgleich für erlittene Verluste zu diskutieren.
Ein Vivendi-Sprecher wollte zu den möglichen Gesprächsthemen nicht Stellung nehmen, sagte jedoch, Vivendi-Chef Jean-Bernard Levy wolle alle Anlegervereinigungen treffen. Im Rahmen dieser Gespräche sei auch ein Treffen mit Appac geplant.
