US-Unis testen Internet-Intelligenz
Die Studenten könnten gut mit Instant Messages umgehen und wüssten, wie man MP3-Files herunterladen kann.
Schlechter sehe es aus, wenn es darum ginge, mit den gebotenen Informationen auch kritisch umzugehen, so Teresa Egan vom Educational Testing Service [ETS].
Jeder Student, der bei der Tür hereinkommt, glaube, dass man bloß bei Google einen Begriff eingeben müsse und schon Material für seine Arbeit habe, führt Lorie Roth von der California State University das Problem aus.
Cal State und eine Reihe weitere US-Colleges arbeiten mit ETS daher an einem Test, der prüfen soll, inwieweit die Studenten im Netz Informationen finden und auch auf Zuverlässigkeit prüfen können.
Weiters wird geprüft, ob die Studenten wissen, wie man das gefundene Material richtig verwendet und auf die richtigen Quellen verweist bzw. zitiert. Eine erste Version wurde im Frühjahr bereits an 3.300 Studenten der Cal State getestet.
Software deckt Schummel-Studenten aufRichtig zitieren statt kopieren
Musterfragen sind etwa simulierte Suchergebnisse zu einem bestimmten Thema, aus denen die Studenten die passende Quelle herausfinden müssen. So kann die Suche nach einem Heilmittel gegen Bienenstiche Websites von Foren für Kräuter-Behandlungen bis hin zum [richtigen] Link zum National Institute of Health liefern.
Einzelergebnisse sollen keine ausgewertet werden, die Universitäten bekommen zusammenfassende Berichte.
2002 fand eine Umfrage des Pew Internet & American Life Project heraus, dass 79 Prozent der College-Studenten das Internet als Bereicherung für ihre akademische Erfahrung empfinden. Über 70 Prozent nutzen das Netz mehr als die Bibliothek, und mehr als die Hälfte gab an, durch E-Mails besseren Kontakt mit ihren Professoren zu haben.
Eine englische Studie ergab, dass fast 25 Prozent der Studenten zumindest einmal Texte aus einer fremden Quelle für ihre Arbeit verwendet haben.
Online-Schummelei ist weit verbreitetAlte Prinzipien
Das Problem mit der neuen Technologie in der Ausbildung sei sei, wie diese in den bestehenden Lehrplan eingeführt werden können, meint Steve Jones, einer der Autoren der Pew-Studie.
Allerdings gibt er zu bedenken, dass gerade etwas so schnelllebiges wie das Internet nur schwer durch Tests zu erfassen ist.
Roth führt dagegen an, dass es hauptsächlich um die Fähigkeit des kritischen Denkens gehe sowie die Analyse der Legitimität von Websites bzw. Quellen und den Unterschied zwischen Zitieren und Kopieren - das habe sich seit ihrem Studienanfang vor 35 Jahren auch nicht verändert.
