30.06.2004

ERWISCHT

Software deckt Schummel-Studenten auf

Internet-Recherche wird Schülern und Studenten auf der ganzen Welt für die Bewältigung von Hausaufgaben und Semesterarbeiten empfohlen.

Immer öfter werden dabei aber Texte einfach abgeschrieben [Copy & Paste] und als eigene Arbeit vorgetäuscht.

Eine englische Studie ergab, dass fast 25 Prozent der Studenten zumindest einmal Text aus einer fremden Quelle für ihre Arbeit verwendet haben. Deshalb wurde in Großbritannien ein System entwickelt, das die Internet-Schummler aufdecken soll.

Bei einer Konferenz des Berater-Service für Plagiate an der Universität Northumbria wurde nun eine Software präsentiert, die über 4,5 Milliarden Websites auf die Originalität von Texten durchscannt.

Schummeln ist nichts Neues

Das Berater-Service für Plagiate merkte an, dass das Schummeln zwar kein neues Phänomen ist, aber der wachsende Gebrauch des Internets werde in akademischen Kreisen mit Besorgnis wahrgenommen. Und die Tendenz sei steigend.

Die Service-Managerin Fiona Duggan erklärt das Prinzip des Anti-Schummel-Programms so: "Die Software greift auf vier verschiedene Datenbanken zu, um die Arbeit der Studenten gegenzuprüfen, und liefert dann einen Originalitätsreport, der anzeigt, wo Übereinstimmungen im Netz gefunden worden sind. Es wird auch angegeben, von wo der Student seinen Text geklaut hat, und dorthin verlinkt."

Das Berater-Service für Plagiate hofft nun, dass die Software, die in den USA entwickelt wurde, das Kopieren von Texten aus dem Netz eindämmen wird.

IMode-Handy statt Schummelzettel

Bei japanischen Studenten geht das elektronische Schummeln bereits in die nächste Phase: Studenten der japanischen Universität Hitotsubashi haben während einer Prüfung ihre iMode-Handys zum Schummeln missbraucht.

Die 26 Studenten hatten während der Prüfung zum Thema elektronischer Handel heimlich gegenseitig E-Mails ausgetauscht, wie ein Sprecher der berühmten Lehranstalt mitteilte.

Der Plan ging allerdings nicht auf: Ihr Professor wurde misstrauisch, weil auffallend viele Studenten haargenau die gleichen Antworten angegeben hatten.