Deutsche Telekom als New-Economy-Wert
Strategiewechsel vor Prozess um Börsengang
In dem am Montag beginnenden Prozess Tausender Anleger um den Börsengang der Deutschen Telekom [DT] plant der Konzern angeblich eine neue Abwehrstrategie. Bisher hatte die Deutsche Telekom nachzuweisen versucht, dass der Verkaufsprospekt bei der dritten Aktienplatzierung im Jahr 2000 korrekt gewesen sei.
Jetzt argumentierten die Juristen, die Anleger hätten damals "in einem von der New Economy geprägten Umfeld gehandelt", in dem die umstrittenen Buchwerte von Immobilien überhaupt keine Rolle spielten, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und das ARD-Magazin "Report Mainz" unter Berufung auf Schriftsätze der DT berichten.
"Als Spekulanten" gebrandmarkt
Die Rechtsanwaltskanzlei Tilp, die zahlreiche Kläger vertritt, verurteilte den mutmaßlichen Strategiewechsel der DT als "offensichtlichen Versuch, die damaligen T-Aktionäre nun quasi als Spekulanten zu brandmarken".
Man habe dem Gericht als Erwiderung auf die DT-Ausführungen ein Dossier mit Aussagen damaliger Manager des Unternehmens über die "Volksaktie" vorgelegt, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung.
In dem Musterprozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verlangen rund 16.000 Anleger von dem früheren Staatskonzern Schadenersatz in Höhe von 80 Millionen Euro. In dem Verfahren will das Gericht zunächst grundsätzlich klären, ob der Prospekt korrekt war. Bis zur endgültigen Klärung der Ansprüche könnten noch Jahre vergehen.
(APA | dpa)
