Neuer Streit über Sat-Navigation Galileo
Die um den Zuschlag für das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo konkurrierenden Konsortien iNavSat und Eurely legen nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" ein gemeinsames Angebot vor.
INavSat um den Raumfahrtkonzern EADS und Eurely mit den Konzernen Alcatel und Finmeccanica hätten den Antrag für einen gemeinsamen Vorschlag gestellt, so ein Sprecher des mit der Bieterauswahl beauftragten Unternehmens.
Das Angebot muss bis 20. Juni in Brüssel vorliegen. Am 27. Juni soll entschieden werden. Dabei geht es nach Angaben der "FTD" darum, ob der gemeinsame Vorschlag oder doch eines der Einzelangebote ausgewählt wird.
Stolpe sprach sich unterdessen erneut gegen die Bildung eines Gesamtkonsortiums aus.
Weder iNavSat noch Eurely waren bei der ursprünglich für den 1. März geplanten Zuteilung zum Zug gekommen. Finmeccania-Präsident Pier Francesco Guarguaglini hatte daraufhin die Zusammenarbeit beider Konsortien vorgeschlagen.
Galileo kommt vor 2011 nicht in die GängeDeutschland will Rückgeschäfte
Ein Zusammenschluss zu so einem frühen Zeitpunkt würde seiner Ansicht nach zu einer Monopolsituation und damit letztlich zu Mehrkosten für den Steuerzahler führen.
Er drohte außerdem mit einem Scheitern des gesamten Projekts, falls die deutsche Industrie nicht stark beteiligt werde. Als größter Zahler für die Entwicklung des Navigationssystems müsse die deutsche Industrie angemessen berücksichtigt werden, so Stolpe.
Deutschland wäre nur über EADS im Konsortium iNavSat vertreten, während französische Firmen an beiden Bietern beteiligt sind. Bei einem fusionierten Angebot würde sich die die Stellung der Franzosen insgesamt weiter verbessern.
Mit dem Zentrum Oberpfaffenhofen bei München für die Kontrolle des Systems wäre Deutschland gut aufgestellt, so Stolpe. Zudem könne etwa bei der Datenübertragung die Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems eine Rolle spielen.
Das Galileo-Projekt wurde von der EU und der Europäischen Weltraumagentur [ESA] initiiert und soll dem US-System GPS Konkurrenz machen. Der künftige Betreiber von Galileo erhält für 20 Jahre die Vermarktungsrechte des Systems.
Deutschland will besseren Galileo-DealDeutsche Telekom in Verhandlungen
Die Informationstechnologietochter der Deutschen Telekom führt bereits Gespräche mit Partnern, um sich möglicherweise den Konsortien anzuschließen.
"Wir sind in Gesprächen, um Partner zu finden, um dann mit den bestehenden Konsortien über Anteilsübernahmen zu diskutieren", so ein T-Systems-Sprecher.
"Wir sind an diesem Projekt interessiert. Das ist ein sehr relevantes Thema für uns." Es gebe auch Kontakt zum Verkehrsministerium, ergänzte der Sprecher. "Wir begrüßen die Initiative von Herrn Stolpe."
