16.06.2005

PORNO, DROGEN

Gefährdete Jugend im Internet

Das Internet als "Umschlagplatz für Drogen, Pornografie und Glückspiele" - ein derart einseitiges Bild des Webs zeichnet derzeit eine Untersuchung des Instituts für Jugendkulturforschung.

Im Rahmen der Studie wurden 800 Jugendliche zwischen elf und 18 Jahren befragt.

Demzufolge haben fast 60 Prozent der Elf- bis 18-Jährigen schon pornografische Seiten konsumiert, rund die Hälfte hat bereits Glücksspielseiten besucht und über 20 Prozent haben Websites, auf denen illegale Drogen angeboten werden, aufgerufen.

Für das Institut sind die Ergebnisse "überraschend und bestürzend".

Eltern pubertierender Jünglinge werden diese Ergebnisse wohl weniger überraschen, spiegeln sie doch nur die Offline-Realität wider. So werden die meisten der Jugendlichen wohl auch abseits vom Internet etwa bereits mit Erotik-Angeboten [in Heft oder Filmform] in Kontakt gekommen sein.

Medienerziehung tut Not

"Das Internet stellt den Jugendschutz vor neue Herausforderungen", so Studienleiterin Beate Großegger. "Die Eltern kümmern sich zu wenig um die Surfgewohnheiten ihrer Kinder. Vor allem bei den Elf- bis 14-Jährigen wäre es nötig, die Kinder auf ihren Wegen durch das Netz zu begleiten und sie, wo es erforderlich ist, vor Inhalten zu bewahren, die sie verstören oder gar gefährden."

Großegger fordert vor allem eine Offensive in der Elternbildung. "Viele Eltern wissen gar nicht, was in der virtuellen Welt abgeht, in der sich ihre Kinder tagtäglich bewegen."

Problematisch sei dabei die Tatsache, dass viele Eltern weit weniger sattelfest im Umgang mit dem Internet sind als ihr Nachwuchs.

Kaum bekannt sei bei den Erziehungsberechtigten etwa, dass Jugendliche häufig über Spam-Mails auf Sex- und Drogensites aufmerksam werden, so Großegger.

Spiegelt Offline-Neugierde wider

Doch werden gerade Kinder im Teenie-Alter, die auch offline meist kein Extrem auslassen, wohl auch in Zukunft vieles auch online ausprobieren.

Denn gerade das, was eigentlich verboten bzw. nicht erwünscht ist, reizt die junge Generation seit jeher am meisten.

Den Eltern obliegt es daher vor allem, den Kindern ein entsprechendes Online-Selbstbewusstsein mitzugeben, damit unseriöse Angebote erkannt und mit entsprechendem Bewusstsein wahrgenommen werden.