14.06.2005

MUSIKPLAYER

Creatives harter Kampf gegen den iPod

Vergangenen Herbst erklärte Creative-Chef Sim Wong Hoo Apple und seinem Zugpferd, dem Musikplayer iPod, den "MP3-Krieg".

Sim verkündete im November anlässlich der Vorstellung des Zen Micro, eines Festplattenplayers mit fünf GB, dass der Hersteller 100 Millionen Dollar in das Marketing für seine MP3-Player stecken will.

Doch das Ziel, Apple vom Musikplayer-Thron zu stoßen und den Marktanteil von zehn Prozent im Juni 2004 auf 40 Prozent 2005 zu steigern, scheint etwas zu hoch gesteckt gewesen zu sein.

Denn womit Creative am schwersten zu kämpfen hat, ist keineswegs, an die technische Qualität des iPods heranzukommen, sondern den dazugehörigen "Coolness"-Faktor zu erreichen.

Kampf gegen Windmühlen?

Bei der Kampfansage im November kündigte Creative an, eine Million Musikplayer im Monat verkaufen zu wollen. Doch in den ersten drei Monaten dieses Jahres verkaufte der Hersteller lediglich zwei Millionen Geräte, während Konkurrent Apple 5,3 Millionen iPods absetzte.

Auf dem asiatischen Markt zeigen obendrein auch weitere große Mitbewerber wie Samsung und Sony, die auch über weitaus größere Marketingbudgets verfügen als Creative, Ambitionen im Musikplayer-Geschäft.

Doch bei der derzeit so enormen Nachfrage nach Musikplayern könnte sich für den ambitionierten Hersteller auch ein kleinerer Marktanteil bezahlt machen: 2004 wurden laut Marktforscher Gartner 40,3 Millionen digitale Musikplayer produziert, 2005 sollen es gar 74,4 Millionen werden.

Von Soundkarten zur Unterhaltungselektronik

Creative wurde bereits 1981 gegründet und wurde ursprünglich wegen seiner PC-Soundkarte SoundBlaster bekannt. Nachdem der Markt für Soundkarten jedoch zunehmend gesättigt war, konzentrierte sich das Unternehmen auf die Unterhaltungselektronik, die mittlerweile 68 Prozent der Umsätze ausmacht.

Wenn Creative langfristig Erfolg mit seinen Musikplayern haben will, muss es seine Anstrengungen künftig laut Analysten verstärkt auf ein Service-Paket konzentrieren, das auch Apples Erfolgsrezept ist:

Dazu gehören die Verknüpfung von Hardware, Software und Download-Plattformen, die den Nutzer in ein Gesamtkonzept einbetten.