09.06.2005

INDONESIEN

Microsoft gibt keine Raubkopie-Amnestie

Microsoft bestreitet allerdings eine solche Abmachung. Es gebe derzeit kein Amnestieprogramm für Lizenzzahlungen der indonesischen Regierung und es sei auch keines in Ausarbeitung, so eine MS-Sprecherin.

Die "Jakarta Post" [Donnerstag-Ausgabe] hatte berichtet, dass sich der US-Softwarekonzern mit der indonesischen Regierung auf eine Lösung für die vielfach in Behörden eingesetzten Raubkopien seines Betriebssystems Windows geeinigt hat.

Die Vereinbarung sehe vor, dass Indonesien für jede der rund 50.000 illegal eingesetzten Versionen auf Regierungscomputern symbolisch einen Dollar [0,81 Euro] zahle, so Informationsminister Sofyan Djalil laut Bericht. Damit werde auch deren Nutzung als rechtmäßig anerkannt.

Indonesien verpflichtete sich demnach im Gegenzug, in Zukunft nur noch autorisierte Software zu verwenden und verstärkt gegen Raubkopierer im eigenen Land vorzugehen.

"Microsoft ist realistisch"

Djalil sagte dem Bericht zufolge, die nun getroffene Übereinkunft sei das Ergebnis eines Treffens zwischen dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono und Microsoft-Gründer Bill Gates im Unternehmenshauptquartier in Seattle im vergangenen Monat.

"Microsoft ist realistisch", so der Minister. "Es kann Entwicklungsländer wie uns nicht zwingen, nur legale Software zu verwenden, wenn wir die nicht bezahlen können." Microsoft wolle aber, dass die Nutzung von Raubkopien schrittweise zurückgefahren werde.

Laut Microsoft-Sprecherin arbeitet der Hersteller weiter mit Indonesien zusammen, um die Anforderungen der Landesregierung und der Bürger am besten zu erfüllen.