18.03.2005

ASIEN

Kein Bedarf für Anfänger-Windows

Die eigens auf den asiatischen Markt zugeschnittene Windows XP Starter Edition von Microsoft scheint nicht den gewünschten Zuspruch zu finden.

Die Anfänger-Version ist vor allem für PC-Einsteiger gedacht und hat einige Einschränkungen: So ist etwa die Grafikauflösung auf maximal 800 x 600 Pixel bechränkt, der Task-Manager lässt nur drei Anwendungen zur gleichen Zeit zu und es gibt keine Netzwerk-Optionen.

Vorerst ist die abgespeckte Version in Thailand, Malaysia und Indonesien erhältlich, der geplante Indien-Start wurde erst kürzlich verschoben. Auch Russland steht auf der Liste der angepeilten Märkte.

Die Starter-Edition ist nicht als Einzelprodukt erhältlich. In den bereits erschlossenen Märkten bieten etwa 15 lokale und multinationale Hersteller das Anfänger-Betriebssystem gekoppelt an Billig-PCs an. Doch wie bei den Verkäufern hält sich das Interesse auch bei den Endkunden in Grenzen.

Linux und Raubkopien als Konkurrenz

Ein Mitgrund für den schwachen Absatz ist sicherlich die starke Verbreitung illegaler Kopien in diesen Ländern: In der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur ist etwa Windows XP auf CD oder DVD für rund fünf Dollar erhältlich.

In Indonesien ist die Nachfrage nach Pentium-4-PCs einfach größer als die nach den langsameren Celeron-Rechnern mit der Starter-Edition. Die Anfänger-Systeme kosten mit 320 Dollar nur unbedeutend weniger und werden bisher vor allem Schulen angeboten.

In Thailand macht das freie Betriebssystem Linux Microsoft weiter zu schaffen. Celeron-PCs mit vorinstalliertem Linux sind um etwa 40 Dollar günstiger, als ein vergleichbares System mit dem Windows "light".

Die thailändischen Microsoft-Partner setzen weiters auch vermehrt auf den Verkauf von PCs ohne jegliches Betriebssystem, weil die Anwender sich ohnehin auf dem Schwarzmarkt mit der Software versorgen.

Auch in Europa nicht gefragt

Microsoft strebt nun weitere Kooperationen mit Händler-Ketten, aber auch Bankinstituten an, die eine Finanzierung des Anfänger-Systems anbieten sollen. Weiters sollen die Marketing-Aktivitäten verstärkt werden.

Auch in Europa, wo Microsoft im Kartellstreit mit der EU eine abgespeckte Windows-Version ohne Media Player anbieten muss, ist seitens der PC-Hersteller so gut wie kein Interesse vorhanden.

Unternehmen wie Medion oder Fujitsu-Siemens sehen kaum Marktchancen für die Ende Dezember von der EU-Wettbewerbsbehörde vorgeschriebene Sparversion, vor allem weil sie zum gleichen Preis wie die Vollversion angeboten wird.