Dezentrale Sicherheit für Online-Auktionen
Wissenschaftler der Technischen Universität Wien wollen mittels dezentraler Speicherung Online-Auktionen auch für Staatsanleihen nutzbar machen.
Die Experten vom Institut für Informationssysteme arbeiten dazu an einem System, das jeweils den exakten Zeitpunkt eines Gebots direkt beim Bieter auf einer Smartcard abspeichert.
Ein Problem von Online-Auktionen ist, dass in den letzten Sekunden viele Angebote eintreffen und damit den Server überlasten können. Wenn dieser dann unter der Last zusammenbricht, muss die Auktion wiederholt werden, und Klagen drohen. Wegen dieser technischen Unsicherheit würden viele europäische Banken Online-Versteigerungen bisher scheuen, so Karl Göschka vom Institut für Informationssysteme.
Kontrolle über Zeitstempel
Die TU Wien will nun über dezentralisierte Speicherung die Sicherheit der Auktionen gewährleisten. Jeder potenzielle Bieter bekommt dazu eine Smartcard und loggt sich für die Versteigerung am jeweiligen Server ein.
Kommt es zu Problemen, etwa mit Leitungen oder mit dem Server selbst, so ist auf dem Chip exakt der Zeitpunkt gespeichert, wann welches Gebot abgegeben wurde. So kann notfalls im Nachhinein festgestellt werden, wer den Zuschlag bekommt.
Die entscheidende Herausforderung wird dabei die Fälschungssicherheit der Karten sein. Bis zur Produktreife rechnen Göschka und seine Mitarbeiter mit drei bis vier Jahren.
Das Projekt mit dem Titel "TRADE" [Trustworthy Adaptive Quality Balancing Through Temporal Decoupling] wird auf ein Marktpotenzial von 100 Millionen Euro geschätzt. Zuletzt wurde es durch das Infrastrukturministerium als bester "FIT-IT" Projektvorschlag im Jahr 2007 in der Kategorie "Trust in IT" ausgezeichnet.
(APA)
