"Terror" durch Handytelefonie im Flieger
Die Technik wurde erfolgreich getestet und die Anbieter stehen für kommendes Jahr bereits in den Startlöchern, doch der Handytelefonie im Flugzeug stehen offenbar noch höhere Hürden bevor.
Bei einer Anhörung in Washington brachten US-Sicherheitsbehörden Bedenken vor, dass private Handytelefonie im Flieger Terroristen bei der Koordinierung ihrer Attentate dienlich sein könnte. Außerdem könnten damit versteckte Bomben gezündet werden, so die Einwände.
Das US-Justizministerium, das US-Heimatschutzministerium und das FBI sehen in der Handytelefonie über den Wolken offenbar vor allem eine Bedrohung, während die Flugbegleiter sich vor zu viel zwanglosem Geplauder fürchten.
Derzeit prüft die Federal Communications Commission [FCC] Pläne, Handytelefonie in Flugzeugen demnächst zu erlauben.
Die neuen Technologien arbeiten bereits störungsfrei genug, um sie auch im Flieger einsetzen zu können.
Mobil telefonieren im Flieger ab 2006Überwachung der Gespräche
In einer Stellungnahme gaben die US-Behörden ihrerseits zu bedenken, dass Terroristen sich mit ihren Handys leichter mit Mittelsmännern auf dem Boden, in anderen Flugzeugen oder gar im selben Flieger koordinieren könnten.
Bei den Attentaten am 11. September 2001 nutzen die Terroristen ebenfalls Handys, genauso wie die Passagiere, die aus den entführten Flugzeugen ihre Nächsten um Hilfe anriefen.
Wenn Handytelefonie während des Fluges erlaubt werde, dann nur unter der Bedingung, dass der Nutzer seinen Ruf anmelden müsse und dass die Behörden schnellen Zugriff auf Verbindungsdaten und die Lokalisation des Anrufers im Flugzeug haben, so die Forderung der US-Behörden.
Prinzipiell sei die neue Möglichkeit der Kommunikation anzuerkennen, so die Stellungnahme weiter.
Die mögliche Fernzündung von Bomben ist eine weitere Sorge der Behörden, doch sie geben weiters an, dass in der Vergangenheit auch andere Fernzündungen auf Basis einfacherer Technik bereits genutzt wurden.
Das Handy als SprengsatzFlugbegleiter fürchten Dauertelefonierer
Einige Flugbegleiter äußerten ihrerseits Bedenken, dass sich ihr Job durch Handytelefonie im Flieger schwieriger gestalten könnte.
Nicht nur, dass die Passagiere während eines Fluges dauernd telefonieren könnten und damit womöglich andere Passagiere nerven, auch bei einem Notfall wäre die Koordination der Rettungsmaßnahmen schwieriger, so ihr Einwand.
Mobiles Internet im Flieger ist bereits möglich, unter anderem bietet die Lufthansa WLAN-Zugang für Notebooks und Handheld-PCs auf ihren Flügen an. Partner dafür ist die Boeing-Tochter Connexion.
