YLine-Pleite noch immer ungeklärt
Mehr als drei Jahre nach der millionenschweren Pleite des Firmenkonglomerats YLine ist immer noch nicht geklärt, ob und gegen wen nun Anklage erhoben wird.
Vor wenigen Tagen ist am Landesgericht Wien nun ein Antrag auf Einstellung des Strafverfahrens eingelangt. Antragstellerin ist Anneliese Prem, Mitbegründerin und Ex-Finanzvorstand der YLine AG, berichtet das "WirtschaftsBlatt" heute.
Der Tenor: Ein Gutachter sei seit mehreren Jahren mit der Erstellung von Gutachten beauftragt, Ergebnis gebe es keines. Es sei daher davon auszugehen, dass die Vorwürfe haltlos seien, da bis jetzt kein strafrechtlich relevantes Verhalten zu Tage gekommen sei.
Nach mehr als drei Jahren Verfahrensdauer müssten konkrete Vorwürfe oder eine Anklage vorliegen", zitiert das "WirtschaftsBlatt" Prems Anwalt Johannes Schmidt. Der geht davon aus, dass zu wenig Substrat im Akt sei, um das strafrechtlich zu verfolgen.
Nur ein Server blieb von YLineDeadline Ende 2005
Laut "Wirtschaftsblatt" wird auch der Verteidiger der involvierten Wirtschaftsprüferin von Ernst & Young Einstellung beantragen, substanziell sei nichts da.
Er sei als Gutachter gewöhnt, angepatzt zu werden, sagte Thomas Keppert in Reaktion darauf. Das Verfahren sei enorm komplex mit 25 involvierten Personen in einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren, mit mehreren Börsengängen und Kapitalerhöhungen.
Dazu müsse man neben der Ermittlungsarbeit auch kistenweise Sicherungs-CDs sichten. Er habe den Auftrag, keine Teilgutachten, sondern ein Gesamtgutachten abzuliefern, eine Deadline zeichne sich am Jahresende.
