E-Mail-Rechnungen für den Umweltschutz
Mit den Ergebnissen einer neuen Studie versuchen US-Banken ihre Kunden davon zu überzeugen, Rechnungen und Bankauszüge statt auf Papier digital zu beziehen und zu bezahlen. Als Argumente führen sie neben der Kostenersparnis auch den aktuellen Trend zum Umweltschutz an.
Würde jeder fünfte US-Haushalt auf elektronische Rechnungen und deren digitale Bezahlung umsteigen, könnten damit jährlich 68.492 Tonnen Papier und zwei Millionen Tonnen Emissionen vermieden werden. Zudem müssten 8,6 Millionen Mistkübel weniger mit Abfall gefüllt und 4.856 Hektar Wald nicht gerodet werden, rechnet die Payitgreen Alliance in ihrer Studie vor.
Laut Studie erhält der durchschnittliche US-Haushalt pro Monat 19 Rechnungen und Kontoauszüge und zahlt selber sieben Rechnungen via Papier. Für Erstellung und Transport dieser Dokumente werden demnach 342.460 Tonnen Papier und 19.381.000 Hektoliter Treibstoff benötigt.
Bei einer Umstellug auf digitale Zustellung und Bezahlung der Rechnungen würden die Kunden nicht nur der Umwelt Gutes tun, sie könnten auch Zeit und Geld sparen, so die Alliance, die auf ihrer Website auch einen Einsparungsrechner bereitstellt.
Die Alliance, der Institutionen wie die Bank of America, JPMorgan Chase, die Federal Reserve Banks, Citi und Wells Fargo angehören, hat den Monat April zum Start ihrer Initiative auserkoren.
Zeit- und Kostenersparnis
Weitere Untersuchungen hätten gezeigt, dass für digitale Zahlungen nur 15 Minuten pro Monat benötigt werden. Wer mit Schecks zahle, müsse dafür hingegen insgesamt zwei Stunden einkalkulieren.
Zudem könnten die Kunden bei durchschnittlich 20 Rechnungen pro Monat bis zu 100 US-Dollar Postgebühren und weitere 50 US-Dollar für die Schecks selbst sowie Benzin sparen.
Auch Risiken dabei
Ein weiteres Argument aus einer Studie aus dem Jahr 2006 ist aufgrund aktueller Entwicklungen allerdings wenig überzeugend: So würde die Mehrheit der Identitätsdiebstähle mit fremden Blicken auf Schecks oder Bankauszüge beginnen, zitiert die Payitgreen Alliance aus einer Studie von Javelin Strategy & Research.
Während Zeit- und Geldersparnis grundsätzlich ein gültiges Argument sind, ist der Schutz der eigenen Daten gerade in den USA wohl die größte Hürde für Online-Banking und die digitale Abwicklung der monatlichen Haushaltszahlungen.
Gerade das letzte Jahr war geprägt von zahlreichen Versuchen, über gefälschte Websites und dazu passenden E-Mails Zugangsdaten zu Online-Banking-Systemen und Kreditkartendaten zu ergattern. In den USA stieg die Zahl der Identitätsdiebstähle zudem enorm an.
Österreicher nutzen Online-Banking
In Österreich wickeln laut jüngsten Zahlen 80 Prozent aller Internet-Nutzer ihre Bankgeschäfte zumindest einmal im Monat online ab, zwei Drittel tun das mindestens einmal pro Woche. Damit liegt Österreich international beim Internet-Banking auf dem zehnten Platz.
Weltweit nutzen durchschnittlich 60 Prozent der Internet-User einmal im Monat und 43 Prozent einmal pro Woche die Möglichkeit, ihre Geldgeschäfte im Netz abzuwickeln, so eine Studie des Marktforschers Nielsen vom Mai 2007.
Am intensivsten nutzen die Esten, Norweger und Niederländer das Internet, um ihre Bankgeschäfte abzuwickeln.
Auch Behördenwege werden digital
Bekanntlich Europameister ist Österreich in Sachen E-Government, also der digitalen Abwicklung von Behördengängen. Was der heimische Staat als Kundenservice für seine Bürger bewirbt, kann ebenfalls dazu beitragen, Zeit und damit Geld zu sparen - und zwar für beide Seiten.
Vor kurzem wurde zudem die E-Card zum Online-Ausweis umgebaut, um damit neben dem elektronischen Amtsweg auch E-Banking, elektronische Rechnungslegung und die Signierung und Verschlüsselung von Dokumenten zu ermöglichen.
Als nächster Schritt dürfte dann die Erweiterung der E-Card für die Nutzung bei Online-Wahlen anstehen - mit allen Vor- aber auch Nachteilen.
(futurezone | Nadja Igler)
