Queen kündigt Biometrie-IDs an
Königin Elizabeth II. hat am Dienstag in ihrer Thronrede zu Beginn der dritten Amtszeit von Premierminister Tony Blair die Einführung von Personalausweisen [IDs] für alle Briten in Aussicht gestellt.
Die traditionell zur Parlamentseröffnung von der Queen verlesene Rede wird von der Regierung verfasst.
Blair hatte es wegen der Wahlen Anfang Mai nicht mehr geschafft, das Gesetz zur Ausweispflicht, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschafft worden war, durch das Parlament zu bringen.
Im vergangenen Dezember hatte die Einführung des Personalausweises die erste Parlamentshürde genommen. Die neuen Ausweise [IDs], auf denen biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Iris-Scans abgespeichert sind, sollen nach Meinung der Regierung im Kampf gegen den Terrorismus und das organisierte Verbrechen hilfreich sein.
Biometrie-ID im britischen ParlamentUmstrittenes Projekt
Blair wird es möglicherweise nicht leicht fallen, das umstrittene Projekt durchzusetzen, nachdem seine Mehrheit im Unterhaus nach der Wahl vom 5. Mai von 165 auf 66 Sitze geschrumpft ist.
Denn auch innerhalb von Blairs Labour-Partei gibt es wegen befürchteter Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten Widerstand gegen das Gesetzesvorhaben.
Kritik gab es auch an den für das Vorhaben eingesetzten Iris-Scannern: Ein freiwilliger Teilnehmer an den Tests hat berichtet, dass diese ziemlich unkomfortabel sind.
Demnach brachte der Scanner die Augen des Teilnehmers so zum Tränen, dass die Iris nicht mehr identifiziert werden konnte.
