13.05.2005

SAT-NAVIGATION

Kein gemeinsames Gebot für Galileo

Die um den Aufbau des europäischen Navigationssystems Galileo konkurrierenden Konsortien stoßen mit Überlegungen für ein gemeinsames Angebot auf Widerstand.

Das prüfende EU-Galileo-Unternehmen erklärte, es stehe einem Zusammenschluss der beiden Konsortien kritisch gegenüber. Ein Zusammenschluss sei nicht gewollt. Je mehr Wettbewerb es gebe und je länger dieser dauere, desto besser, so ein Sprecher.

In Verhandlungskreisen hatte es zuletzt geheißen, ein Zusammenschluss beider Angebote sei die einzige Möglichkeit, weil sich das Galileo-Unternehmen der EU nicht für ein Angebot entscheiden könne.

Die EU-Kommission hatte entsprechende Überlegungen bestätigt. Das deutsche Verkehrsministerium hatte seine ablehnende Haltung bekräftigt.

Deutschland gegen Frankreich

Von einem Zusammenschluss würde vor allem Frankreich profitieren, das in beiden Konsortien mit großen Unternehmen vertreten ist. Deutschland würde dagegen nur von einem Zuschlag an das von EADS geführte Konsortium profitieren.

Auf dem Spiel stehen mit der Entscheidung Milliardeninvestitionen und hoch qualifizierte Arbeitsplätze in einem Bereich, dem die EU großes Potenzial voraussagt.

Galileo soll genauer als GPS sein und auch als Plattform für zahlreiche kostenpflichtige Dienstleistungen dienen.

Der milliardenschwere Aufbau des europäischen Konkurrenten zum US-Satellitennavigationssystem GPS soll von den EU-Staaten und der Wirtschaft gemeinsam finanziert werden.