Konsortien verbünden sich für Galileo
Die bisher um den Zuschlag für das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo konkurrierenden Konsortien wollen nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP das System nun gemeinsam aufbauen.
Ein gemeinsames Angebot werde zurzeit erarbeitet und bei der EU-Kommission getestet, hieß es am Mittwoch aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen. Diese bestätigten damit Informationen der Tageszeitung "La Tribune" [Mittwoch-Ausgabe] über eine Zusammenlegung der Angebote durch die Konsortien iNavSat und Eurely.
Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, ein solches Angebot liege seiner Kenntnis nach nicht auf dem Tisch. Allerdings gebe es "Hinweise auf Überlegungen für die Möglichkeit" eines gemeinsamen Angebots.
Bisher lägen nur die zwei konkurrierenden Angebote der beiden interessierten Konsortien vor, sagte der Kommissionssprecher weiter.
Sollten die beiden Bieter allerdings ein gemeinsames Offert vorlegen, würde es "finanziell, rechtlich und wirtschaftlich" genau überprüft werden.
Pedro Pedreira wird Galileo-ChefEinführung 2008
Weder das Konsortium iNavSat um den Raumfahrtkonzern EADS noch das Konsortium Eurely mit den Konzernen Alcatel und Finmeccanica waren bei der ursprünglich für den 1. März geplanten Zuteilung zum Zug gekommen.
Finmeccanica-Präsident Pier Francesco Guarguaglini hatte daraufhin die Zusammenarbeit beider Konsortien vorgeschlagen.
Der künftige Betreiber von Galileo erhält für 20 Jahre die Vermarktungsrechte des Systems, das ab dem Jahr 2008 eine breite Palette von Dienstleistungen rund um die satellitengestützte Ortsbestimmung anbieten soll.
Der Konzessionär muss dafür zwei Drittel der mit 2,1 Milliarden Euro veranschlagten Kosten für den Kauf und die Aussetzung von 30 Satelliten sowie für die Infrastruktur auf dem Boden zahlen. Zudem trägt er auch die laufenden Betriebskosten.
