09.05.2005

ÖFFNUNG

Internet von "barrierefrei" weit entfernt

Behinderte und ältere Menschen sind häufig von der Nutzung des Internets ausgeschlossen, weil Websites ihren Anforderungen nicht entsprechen.

"Ältere Menschen kommen mit der Informationsflut nicht zurecht, für Menschen mit einer Sehschwäche ist die Schrift zu klein und Hörgeschädigte werden meistens allein gelassen", sagte Angela Schneider vom Europäischen Berufsbildungswerk des deutschen Roten Kreuzes am Montag in Bitburg. Das betreffe etwa Fortbildungslehrgänge, die auch per Lautsprecher angeboten werden.

In Bitburg diskutieren derzeit rund 120 Experten aus Deutschland, Schweden, Griechenland und den Benelux-Ländern über Möglichkeiten, Websites für alle zugänglich zu gestalten.

Online-Shops wehren sich

Allein in Rheinland-Pfalz können demnach 24 Prozent der Bevölkerung die Vorteile des weltumspannenden Datennetzes nicht nutzen, obwohl sie es gerne wollen. Ihnen würde es oft schon helfen, wenn die Schriftgröße verstellbar oder die Sprache einfacher wäre, sagte Schneider.

Kommerzielle Anbieter wehrten sich aber häufig gegen solche Vorschläge, ihre Seiten übersichtlicher zu gestalten, mit dem Hinweis, diese Menschen seien nicht ihr Kundenkreis.

"Das ist aber ein absoluter Fehlschluss", betonte Schneider. Denn gerade ältere und behinderte Menschen seien stärker etwa auf Online-Shopping und Bildungsangebote via Internet angewiesen als andere.

Nur rund 16 Prozent aller kommerziellen Anbieter hätten ihre Webseiten in dieser Hinsicht barrierefrei - das heißt für alle zugänglich - gestaltet. Dabei legten ältere Menschen zunehmend die Scheu vor dem Computer ab.