Grid-Computing auch in Österreich
Um neue Medikamente zu entwickeln oder Klimaveränderungen zu simulieren, benötigen Forscher oft hohe Rechenleistungen und große Datenspeicher, die von einzelnen Institutionen nicht mehr finanzierbar sind.
Aus diesem Grund werden weltweit Computing-Grids aufgebaut - Netzwerke von Rechnern, die zusammengeschaltet eine Art Super-Supercomputer ergeben.
Mit dem "Austrian Grid" haben österreichische Wissenschaftler standortunabhängig Zugriff auf eine Rechenleistung von mehr als 550 Giga-FLOP/s [550 Milliarden Fließkommazahlenoperationen pro Sekunde] und eine Speicherkapazität von mehr als einem Terabyte.
Für eine Eintragung in die Top-500-Supercomputer-Liste fehlen allerdings noch mindestens 300 Giga-FLOP/s.
Europas Supercomputer werden vernetzt96 Intel-Itanium-2-Prozessoren
Über den reinen Datenaustausch hinaus ermöglicht ein Grid die verteilte Lösung von rechenintensiven Problemen.
Dafür müssen Rechenaufgaben in Einzelschritte unterteilt werden, um sie von verschiedenen Rechnern abarbeiten lassen zu können. Sind die einzelnen Aufgaben erledigt, werden sie wieder zusammengefügt.
Das Herzstück des "Austrian Grid" besteht aus sechs SGI-Altix-350-Systemen mit insgesamt 96 Intel-Itanium-2-Prozessoren, die jeweils mit 1,4 GHz getaktet sind.
Ein Knoten an der Uni Linz integriert 64 CPUs, zwei weitere in Salzburg und Innsbruck je 16 Prozessoren. Die Rechenknoten sind über das Internet und entsprechende Grid-Middleware miteinander verbunden.
Insgesamt verfügt das Grid derzeit über einen Hauptspeicher von 128 Gigabyte und eine Festplattenkapazität von einem Terabyte [1.024 Gigabyte].
Das "Austrian Grid"-Projekt wurde von den Universitäten Linz, Innsbruck, Graz, Salzburg und Wien, der Technischen Universität Wien, den Medizinischen Universitäten Wien und Innsbruck, der Akademie der Wissenschaften, der Health Information Technology Tirol sowie dem Umweltbundesamt ins Leben gerufen.
Das "Austrian Grid"Wettermodell und OP-Visualisierung
Im Bereich Medizin wird das "Austrian Grid" für die Optimierung von Augenoperationen eingesetzt.
Über das Grid kann jeder Arzt die aufwendige Berechnung und Visualisierung der Operation im Vorfeld einfach und schnell von seinem PC aus vornehmen.
In der Meteorologie dient die Grid-Lösung dazu, der überproportionalen Erhöhung der Komplexität und des Rechenzeitbedarfs von Wettermodellen Rechnung zu tragen, und ermöglicht so eine erhöhte Vorhersagegenauigkeit.
